Wir seh‘n uns wieder, mein Schlesierland!

Eindrücke einer Fahrt durch das Hirschberger Tal

Fährt man heute durch Schlesien, dann stellt man bald fest, daß sich in den letzten drei Jahrzehnten seit dem Ende des Kommunismus in Polen sehr viel verändert hat. Viel von dem was Krieg, Vertreibung und Kommunismus‘ zerstört haben, ist wiedererstanden und erstrahlt zum Teil in altem Glanz. Lesen Sie nachstehend die Reisereportage einer sächsischen Jugendgruppe, die letzten Sommer auf Fahrt im Hirschberger Tal war.

Von Görlitz aus wollen wir nach Hirschberg, um von dort aus einige ausgewählte Sehenswürdigkeiten zu erkunden. Mit dem Auto ist die Strecke von 70 Kilometern gemütlich in zwei Stunden zu bewältigen, wir als Radfahrer brauchen dafür schon einen Tag. Nachdem wir das im Frühjahr 1945 schwer umkämpfte Lauban hinter uns gelassen haben, grüßen uns von fern bereits Altvater- und Riesengebirge. Nach mehr als der halben Strecke machen wir in Greiffenberg Rast, ohne die hübsche Altstadt näher würdigen zu können. Die Kleinstadt liegt an der Queis, die die östliche Grenze der Oberlausitz markiert. Allmählich kommen wir der Schneekoppe, dem höchsten Berg Schlesiens, immer näher. Am Ende erreichen wir unser erstes Ziel, Schloß Wernersdorf. Das schmucke kleine Barockschloß mit großzügigem Park, das einst auch Friedrich der Große besuchte, ist heute ein Hotel. Der Enkel der letzten Bewohner, Hagen Hartmann, konnte den ehemaligen Familienbesitz 2005 aus polnischem Privatbesitz zurückerwerben für eine Hotelnutzung umbauen, restaurieren und erweitern.

Bad Warmbrunn: Preußischer Kurort mit Charme und Historie

In Hirschberg (Jelenia Góra), der Heimatstadt von Hanna Reitsch, fanden wir schließlich Quartier in einer Jugendherberge. Der nächste Tag begann mit einem Stadtbummel in Bad Warmbrunn, einem heute eingemeindeten Ortsteil von Hirschberg. Die Innenstadt macht einen gepflegten, sauberen Eindruck, eine richtige Kurstadt eben. 1281 erstmals urkundlich erwähnt, begann die große Zeit als Kurort aber erst nach dem siebenjährigen Krieg. Künstler wie Caspar David Friedrich, Hoffmann von Fallersleben und Theodor Körner, die Staatsmänner Stein und Hardenberg und der spätere US-Präsident John Quincy Adams waren hier zu Gast. Das heutige Schloß Warmbrunn wurde in den Jahren 1784-88 errichtet. Baumeister war Johann George Rudolf aus Oppeln, Bauherr war Graf Johann Nepomuk Schaffgotsch. Nachdem ein warmer Sommertag auch in Schlesien nach Abkühlung verlangt, wurde ein Badetag an der Bobertalsperre beschlossen. Das beeindruckende Bauwerk wurde 1912 nach zehnjähriger Bauzeit durch Kaiser Wilhelm II. eingeweiht.

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