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Gender-Sprachzerstörung: Ein unterschätztes Problem

„Gendern“ ist marxistische Zersetzung auf sprachlicher Ebene

„Des Volkes Seele lebt in seiner Sprache“, lehrte uns einst Felix Dahn. Wie sehr man dagegen sündigen kann, führt uns die Vergewaltigung unserer Muttersprache durch Anglizismen vor, die in einem zeitgeistigen Dummsprech immer mehr zu „Engleutsch“ bzw. Pidgin-Deutsch vermanscht wird. Das „Gendern“ der Sprache führt zu ihrer völligen Verstümmelung, sodaß sich frei nach Dahn die Frage stellt, ob denn „des Volkes Seele“ gar zerstört werden solle?

Ein Beitrag von Elisabeth Mirschitzka

Seit Jahrzehnten orten besonders beflissene, vom Feminismus berührte deutsche Linguistinnen eine männliche Dominanz in der Sprache und wollen daher den von der deutschen Grammatik vernachlässigten Frauen zu mehr Präsenz verhelfen sowie durch sogenanntes „Gendern“ die Sprache reformieren. Die Bemühungen hatten zunächst nicht viel Erfolg, doch im Zuge der jüngsten Gleichschaltungsversuche in EU-Europa hat der Genderismus als praktizierte Sprachdiktatur einen neuen Stellenwert erhalten. Inzwischen hat „Gender Mainstreaming“ alle Ämter erobert, in allen Institutionen Einzug gehalten und ist für uns zur Pflicht geworden. „Gendern“ ist eine künstliche Veränderung der Sprache im Sinne marxistischer Ideologie. Es ist nicht der Ausdruck eines natürlich gewachsenen Bedürfnisses nach Veränderung, sondern eine von oben „verordnete“ Sprache, die sowohl die Freiheit des Formulierens als auch die des Denkens immer mehr einschränkt. Worte, Sätze und Gedankengänge werden in ein Schema gepresst, wodurch die Sprache verunstaltet wird.

Freies Denken erfordert eine freie Sprache

Das Ende der Sprachfreiheit bedeutet auch das Ende der freien Meinungsäußerung. Genderisten gehen von der Voraussetzung aus, daß die Sprache das Denken präge und daß das Bewußtsein durch Eingriffe in die Sprache manipuliert werden könne. Die Verwirklichung dieser Ideen ist ebenso vielfältig wie absurd und unlogisch. Um die Frau in der Sprache sichtbarer zu machen, forderte man vorerst Doppelformen wie „Sportler und Sportlerinnen“ oder mit Schrägstrich: „Sportler/Sportlerinnen“. Besonders gewissenhafte Genderistinnen lassen den Frauen dabei den Vortritt: „Sportlerinnen und Sportler“.

Orthographisch falsch: Binnen-I

Alle diese Varianten befriedigen jedoch nicht vollständig, da sie durch die Nacheinandernennung eine gewisse Rangordnung erkennen lassen. Eine Lösung schien das gegen eine Rechtschreibregel verstoßende sogenannte „Binnen-i“ darzustellen: der Großbuchstabe „I“ im Wortinnern (z.B. LehrerInnen), das zumindest optisch den Eindruck des Nebeneinanders erweckt.

Gendern: Von Geisteskranken für Geisteskranke

Das Schriftbild vermittelt den Eindruck der Gleichrangigkeit. In der gesprochenen Sprache jedoch gibt es nur ein Nacheinander. Um dieses zu vermeiden, wird manchmal nur der weibliche Plural „-innen“ artikuliert, z.B. „Der Standard – die Zeitung für Leserinnen“.(?) An der Universität Leipzig wird der weibliche Plural auch bei Männern angewandt: „Herr P. und Herr Z. sind Professorinnen.“(?) So konnte es auch zu absurden Formulierungen kommen, wie etwa: „Die Täterin(?) war eine Frau.“ oder „Herr und Frau Eder sind Österreicher-innen(?)“. Interessant ist in diesem Zusammenhang, daß das Strafgesetzbuch vom Zugriff der Feministinnen verschont geblieben ist. Hier heißt es nach wie vor „der Mörder, der Komplize, der Terrorist“ etc., ohne daß sich eine Frau ausgegrenzt fühlt!

Gendern vergällt Schülern die Freude an der Sprache

Ein krasses Beispiel aus der „gegenderten“ Schulbuchsprache: „Der/die/die Passagier/in/e/innen muss/müssen dem/der/den Kontrollor/in/en/innen sein/ihr/ihre Dokumente zeigen.“ Solche Satzungetüme tragen nicht dazu bei, die vielen leseschwachen Schüler zu motivieren. Die Verwendung des Partizips Präsens sollte hier Abhilfe schaffen und Geschlechtsneutralität erzielen, etwa die Radfahrenden. Dadurch entstehen Wortungetüme wie die Mountainbikenden, die Liftbenutzenden.

Sprachlich und sachlich falsch

In vielen Fällen mangelt es jedoch an sprachlicher und sachlicher Richtigkeit. Schüler etwa durch Lernende zu ersetzen ist unlogisch, denn auch außerhalb der Schule gibt es Lernende. Auch eine andere Möglichkeit, nämlich ein Wort, das sich nicht „gendern“ läßt, durch einen völlig anderen Begriff zu ersetzen, führt meist zu sprachlogischer Inkorrektheit. Gast kann man z.B. nicht einfach durch Besucher ersetzen, da hier das Element des Geladenseins außer acht gelassen wird. Sehr abstrakt und fast neurotisch anmutend ist das Gender-x für die weibliche Komponente (z.B. doc-x oder stud-x), das die Sprache auf die reine Zeichenebene reduziert.

Statt Damen und Herr’n gibt es nur den „Gender-Stern“

Dasselbe gilt für den „Gender-Stern“, der das dritte Geschlecht inkludiert: Polizistin, Lehrerinnen. Grundsätzlich geht man beim sprachlichen „Gendern“ von einem Denkfehler aus. Man hält auch genderneutrale Funktionsbegriffe wie Teilnehmer, Bewohner, Bürger etc. für geschlechtsspezifisch männlich und fordert daher für jeden dieser Begriffe ein weibliches Gegenstück, obwohl dieses automatisch mit eingeschlossen ist. Eine Differenzierung ist nur dann sinnvoll, wenn es um einen Vergleich geht, etwa Sänger haben tiefere Stimmen als Sängerinnen. Während bei dem Satz „Der Wähler hat gesprochen“, der Begriff „Wähler“ bereits beide Geschlechter mit einbezieht.
Aus diesem Grund ist auch die Initiative einer ÖVP-Politikerin, die Österreichische Bundeshymne zu „gendern“ und das poetisch-symbolische Wort „Söhne“, das natürlich alle tüchtigen Kinder dieses Landes mit einschließt, durch das holprige „Töchter und Söhne“ zu ersetzen, ist eher sinnfrei. Die gender-reglementierte Sprache geht von falschen Prämissen aus, erhebt die Inkorrektheit zur Norm, führt zur Sprachverarmung, ist widersprüchlich und manipulativ. Sie soll das Denken einengen und die Masse auf Schiene bringen.