Foto: Pexels Sabel Blanco

„Gender-Mainstreaming“ ist Teil einer totalitären Struktur

Es geht um Manipulation und Zerstörung

Ob es uns bewußt ist oder nicht – „Gender-Mainstreaming“ begegnet uns in allen Lebensbereichen. Die wenigsten von uns wissen mit dem Begriff etwas anzufangen. Die einen verbinden damit die „Gleichberechtigung der Frau“, andere assoziieren es mit der damit zusammenhängenden Verunstaltung der Sprache. In Wahrheit ist das Prinzip des „Genderns“ aber mehr als das!

Ein Beitrag von Elisabeth Mirschitzka

Das englische Wort „gender“ bezeichnet das grammatikalische Geschlecht im Gegensatz zum biologischen. „Gender-Mainstreaming“ bedeutet laut Duden, die „Verwirklichung der Gleichstellung von Mann und Frau unter Berücksichtigung der geschlechtsspezifischen Lebensbedingungen und Interessen.“ Entgegen dieser harmlosen Definiton ist Gender-Mainstreaming eine wirre Ideologie, die in alle Lebenssphären eingreift. Sowohl im Recht der Europäischen Union als auch im nationalen Verfassungsrecht der Mitgliedstaaten ist aktive Gleichstellungspolitik verankert, die im Sinne des Gender-Mainstreamings interpretiert wird. Bereits 1985 wurde der Begriff auf der 3. UN-Weltfrauenkonferenz diskutiert. Läßt man das Gleichberechtigungsgesalbadere einmal beiseite, erkennt man rasch, daß es im Kern um das Eingriffsrecht des Staates in das Privatleben der Menschen in Bezug auf Frauen-, Familien- und Bildungspolitik geht.
Es betrifft Schüler, Studenten, Lehrer, Professoren ebenso wie Politiker, Juristen, Journalisten, alle Verordnungen, Erklärungen, Gesetzestexte oder Verlautbarungen. Das angebliche Bemühen um die Gleichstellung der Frau ist meist nur ein Vorwand, um die Menschen für diese Ideologie zu ködern.

Ziel: Zerstörung der Familie

Faktisch geht es um die Verstaatlichung der Erziehung und letztendlich um die Auflösung der traditionellen Familie. „Gendern“ soll von Amts wegen durchgesetzt werden und ins Bewußtsein der Menschen eindringen, besonders über die Sprache, die dadurch verfälscht und verunstaltet wird. Dabei werden immer mehr künstliche Probleme geschaffen, um den Heerscharen von Genderexperten, Genderbeauftragten, Genderpsychologen und für Gender-Studies – Professoren den Job zu sichern. Dies alles findet unter dem Deckmantel der Befreiung der Frau von den Fesseln des Patriarchats statt, um ihr Wahlfreiheit – Beruf oder Hausfrau – zu verschaffen, die aber keine ist: Durch die finanzielle Benachteiligung der Familien sind Frauen zumeist gezwungen, einem Beruf nachzugehen und ihre Kinder in die Obhut anderer zu geben.

Bewußte Abwertung der Mutter

Die Erziehung durch die leibliche Mutter wird bewußt abgewertet und die Familie als Auslaufmodell hingestellt und zum Problem erklärt. Die traditionellen Rollenmuster von Vater und Mutter werden aufgebrochen. Erzieher seien beliebig austauschbar – seien es zwei Männer, zwei Frauen oder der Staat selbst.
In den USA z.B. kann sich ein Mann behördlich als „Mutter“(!) registrieren lassen. Die von der Natur vorgesehene Bipolarität des männlichen und weiblichen Prinzips wird einfach vom Tisch gewischt, obwohl diese sowohl der christlichen Schöpfungsgeschichte als auch dem humanistischen Menschenbild entspricht.
Besonderes Augenmerk richten die „Genderexperten“ auf die sexuelle Orientierung der Frau, denn auch hier solle sie völlige Wahlfreiheit haben, ohne Vorurteilen begegnen zu müssen. Man spricht dabei von mehr als sechzig verschiedenen sexuellen Ausformungen – unabhängig vom natürlichen Geschlecht, dessen Bipolarität man nicht als naturgegeben hinnimmt, sondern als ein von der Gesellschaft anerzogenes Konstrukt bezeichnet. Man versucht krampfhaft, im Namen des neuen Bewußtseins die Frau zu motivieren, sich sexuell zu „outen“, sperrt sie aber durch die erzwungene Kategorisierung erst recht wieder in einen Käfig. Im Zuge der Schaffung eines Einheitsmenschen wird die sexuelle Einzigartigkeit des Individuums geleugnet und absichtlich eingeebnet. Zum Credo der „Genderisten“ gehört es nicht nur, sich über die Vorgaben des biologischen Geschlechts hinwegzusetzen, sondern auch, Sexualität als etwas Fließendes zu betrachten, das man je nach Lust und Laune jederzeit wechseln kann.

Das Diktat einer Minderheit

Daß „Gender-Mainstreaming“ nur wenig mit Gerechtigkeit und Toleranz zu tun hat, sondern vor allem ein Politikum ist, zeigt sich auch darin, daß sich hier eine Minderheit als Mehrheit deklariert und den Ton angibt und daß sich die Mehrheit an der Minderheit orientieren muß. Man beschuldigt die Gesellschaft, Minderheiten gegenüber intolerant zu sein, übt aber selbst krasse Intoleranz gegenüber anders Gesinnten. Der Begründerin des „Genderns“ in Österreich geht es darum, durch die neue Strömung den Männern ihren „Größenwahn auszutreiben“. Heterosexuelle weiße Männer stehen schon lang auf der Abschußliste der „Genderisten“, wahrscheinlich deshalb, weil diese ihnen am wenigsten auf den Leim gehen.

Gender-Umerziehung an Schulen

Die wichtigste Zielgruppe der Genderpolitik ist die junge Generation. Schulen und Universitäten betreiben „Gendering“ geradezu aggressiv. Sämtliche Schulbücher, Lehrpläne und Unterrichtsmaterialien sind danach ausgerichtet, die Richtlinien des „Genderns“ sollen in jedes Unterrichtsfach eingebaut werden. Selbstverständlich werden auch die Lehrpersonen dahingehend instruiert. Schulaufsätze müssen entsprechend verfaßt sein, und auf Universitäten werden schriftliche Arbeiten ohne „gegenderte“ Sprache gar nicht erst angenommen. Am erschreckendsten aber ist es, daß dieses krause Gedankengut bereits sogar in Kindergärten und Grundschulen Einzug gehalten hat. So werden Kinder gerade in der Phase ihrer Identitätsfindung mit für sie uninteressanten, unpassenden und peinlichen Themen wie sexuellen Varianten konfrontiert. Welchen Sinn hat es z.B., einen Siebenjährigen zum Hinterfragen seiner Sexualität zu motivieren, oder in Diktate Sätze einzubauen wie etwa, „Mein Vater war einmal eine Frau“ oder „Papa liebt Mama und Onkel Walter“!?

So wird in das natürliche Empfinden der Kinder viel zu früh gewaltsam eingegriffen, und es ist nicht verwunderlich, wenn dies zu Verwirrung, Verunsicherung, ja zu psychischen Störungen führt, zu Anpassungsschwierigkeiten, zu Verklemmtheit und zum Verlust der eigenen Identität.
In besonders engagierten Kreisen der Evangelischen Kirche geht man auch daran, den Bibeltext kritisch zu hinterfragen und „gendersensibel“ umzuschreiben. Gott Vater oder Gott Mutter? Mutter unser, die du bist im Himmel…? War Jesus ein Mann oder eine Frau oder beides? Hatte Jesus zwei Väter? War die Heilige Familie die Vorreiterin der modernen „Patchworkfamilie“?
Besonders skurril ist die Diskussion um die Neugestaltung der Verkehrsampeln bei Fußgängerübergängen, die auf Wunsch von Feministinnen geändert werden müssen, da die Ampelmännchen angeblich bei Frauen Ärgernis erregen und daher durch Ampelweibchen ersetzt werden müssen. So können auch jene, die sich durch die Männchen diskriminiert fühlen, ohne Ärger die Straße überqueren!

Sprech- und Denkverbote

Erscheinungen wie diese erinnern lebhaft an die Absurditäten des Schildbürgerlebens. Das Erschreckende aber ist: Die „Gender“-Agenten meinen es ernst. Ihre Ideologie ist längst in unsere Gesellschaft eingesickert, und ihre Prinzipien sind Vorboten eines neuen Totalitarismus. Betrachtet man alle seine Erscheinungsformen, zeigt sich Gender-Mainstreaming als eine Bewegung, die sich Naturgesetzen entgegenstellt, die Minderheiten zu Mehrheiten erhebt, die nicht hält, was sie verspricht und sich in Absurditäten verzettelt, die wissenschaftlicher Nonsens und psychologisch fragwürdig ist, die Sprachgesetze ignoriert und Fehler zur Norm erhebt, und vor allem eine Bewegung, die durch eine zwanghaft verordnete Sprache auf der allgemeinen Zensurwelle in Europa mitschwimmt, nach dem Motto: „Du darfst sagen, was du willst, aber ich sage dir, wie.“
Die Einengung der Sprache soll automatisch zur Zensur des Denkens führen, die Parallelen und Schnittmengen zur „Political Correctness“ sind unübersehbar…