Foto: Flickr/PMU-Photography/CC BY-NC 2.0

Merkel-BRD mag keine freien Geister

Vom Zwangsgebührensender gefeuert – vom Publikum gefeiert

Der 1963 in Dresden geborene Uwe Steimle ist nicht nur ein für seinen sächsischen Akzent bekannter Schauspieler, sondern auch Kabarettist. Weil er für die uniforme Merkel-BRD allzu unangepaßt ist, setzte der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) den beliebten Künstler vor die Tür.

Ein Beitrag von Dr. Mario Kandil

Bekannt wurde Steimle durch die Fernsehserie „Polizeiruf 110“, in der er den Hauptkommissar Jens Hinrichs spielte, doch das war ihm zu einseitig. Er verlegte sich immer mehr aufs Kabarett und tourte in seiner Sendung „Steimles Welt“ 2013-2019 durch das MDR-Sendegebiet, wobei er mitteldeutsche Menschen besuchte und mit ihnen sprach. Das allein hätte ihm noch keine Probleme bereitet, doch sprach sich der mutige und gewitzte Mann u. a. in Talkshows gegen die Masseneinwanderung aus und verbat sich ob der sofort gegen ihn einsetzenden Kritik vehement, in die „rechte“ Ecke gestellt zu werden. Überdies beging Uwe Steimle das Sakrileg, die in der Tat mangelnde Staatsferne des öffentlich-rechtlichen Rundfunks anzuprangern, so 2018 in einem Interview mit der deutschen Wochenzeitung „Junge Freiheit“. Die darob beleidigten Medienhalbgötter mahnten den Renitenten, daß so ein Vorwurf für sie „nicht akzeptabel“ sei. Nach erneuten Vorwürfen Steimles, der MDR verhalte sich ihm gegenüber illoyal, beendete der Sender im Dezember 2019 seine Zusammenarbeit mit dem erfolgreichen Kabarettisten. Dafür durfte sich dieser vom ZDF-„Hofnarren“ Jan Böhmermann auch noch verhöhnen lassen.
Steimle zeigte sich entsetzt über das Ende seiner Sendung „Steimles Welt“, die mit großem Erfolg beim MDR lief: „Das ist für mich ein Berufsverbot und nichts anderes. Das erinnert mich an finsterste Zeiten.“ Die Entscheidung des MDR habe bereits vor dem Gespräch festgestanden, zu dem dieser ihn gebeten habe. Über das Ende mit Schrecken zeigte sich der Dresdener erleichtert:

Steimle zieht Parallelen zur DDR

„Denn in der Diktatur damals hatte man immer Angst, daß etwas mit Dir geschieht. So eine Angst hatte ich wieder, nun ist das aber vorbei.“ Zuvor habe ihm der MDR noch verboten, sich in seiner Sendung satirisch zu äußern, und das sei Selbstzensur gewesen. Steimle bedauerte die aktuelle gesellschaftliche Situation, denn wer nicht in den Raster passe, der müsse gehen. Steimle: „Ich glaube, daß das keine echte Demokratie mehr ist.“ Damit dürfte er noch untertrieben haben, denn der Umgang mit Querdenkern wie ihm ist typisch für die Herrschenden in der BRD.

50.000 unterschrieben Petition!

Indessen ergriffen viele Zuschauer Partei für Steimle, demonstrierten vor dem Landesfunkhaus für ihn und verlangten Anfang Februar 2020 in einer von mehr als 50.000 Menschen unterzeichneten Petition seine Rückkehr zum MDR. Die Beendigung der Zusammenarbeit mit Steimle mißachte den Willen der Zuschauer und Beitragszahler, so der Aufruf. Und noch mehr Zuspruch für Uwe Steimle, den die „Deutsche Sprachwelt“ zur abgesagten Leipziger Buchmesse 2020 bekanntgab: Die Leser der Sprachzeitung hatten ihn mit 54,8 % zum „Sprachwahrer des Jahres 2019“ gewählt, vor Dieter Nuhr (21,3 %), einem anderen Kabarettisten, der sich an Tabuthemen gewagt hatte. So wurde Steimle 2019 zu einer Symbolfigur für die Redefreiheit. Unter dem sprechenden Titel „Heute ich! Morgen Du…?“ lädt er für den 3. Juli 2020 zu einer „Mutmachveranstaltung“ nach Dresden ein. Der Text dazu: „Keine Angst haben, frei und vor allem unabhängig denken dürfen. Meinungen sagen, Meinungen aushalten. Dafür sind Menschen 1989 auf die Straße gegangen, unter vielen anderen auch Uwe Steimle. Heute, nach 30 Jahren, werden Künstler schon wieder angefeindet, stigmatisiert, indirekt an den Pranger gestellt. Denkkorridore, Denkgeländer erinnern zunehmend an längst vergangene Zeiten, die wir überwunden glaubten.“