Ladiner und Windische: Österreichs vergessene Völkchen

Am 10. Oktober 1920 wurde Südtirol infolge des Staatsvertrags von Saint-Germain-en-Laye offiziell Teil des italienischen Staatsgebietes, mit ihm gegen ihren Willen die in den Dolomiten lebenden Ladiner. Am 10. Oktober 1920 verblieb durch die Kärntner Volksabstimmung das Gebiet zwischen Drau und Karawanken bei Österreich, mit ihm die Windischen, die das erwartete Resultat zur Überraschung aller ins Gegenteil verkehrten.

Die rätoromanische Minderheit der Ladiner in Südtirol und die slawische Minderheit der Windischen in Südkärnten wollten beide nach dem Ersten Weltkrieg bei Österreich verbleiben. Beide Ethnien waren sich ihrer kulturellen Eigenständigkeit bewusst und trotzdem prononciert deutschfreundlich.

Die Windischen schafften es, indem sie bei der Kärntner Volksabstimmung einen entscheidenden Beitrag leisteten. Den Ladinern wurde das Selbstbestimmungsrecht verweigert, Österreich fungiert heute als völkerrechtlich anerkannte Schutzmacht.

Existenz der beiden Volksgruppen geleugnet

Beiden Volksgruppen ist gemein, dass ihre Existenz geleugnet wurde: jene der Ladiner von den italienischen Faschisten, jene der Windischen bis heute von den Slowenen.

Über die Ladiner erscheint immer wieder Literatur, von Prachtbildbänden über Belletristik bis hin zu wissenschaftlichen Abhandlungen. Über die Windischen gibt es bis heute (!) in deutscher Sprache lediglich ein paar Aufsätze und kurze Kapitel in Büchern, aber kein eigenes Werk. Diese Lücke schließt die aktuelle Eckartschrift!

Die Eckartschrift „Ladiner und Windische“ setzt beiden vergessenen Völkchen ein liebevolles Denkmal und zeigt spannende Momente der letzten 100 Jahre. Der Autor Martin Hobek liefert dabei einen Bericht über den Status Quo und bietet einen Ausblick.

Martin Hobek: „Ladiner und Windische. Österreichs vergessene Völkchen“ (Eckartschrift 242), 112 S., 9,20 Euro; ISBN: 978-3-902350-79-4

Zu bestellen unter: info@oelm.at.