Postkarte 215 des Deutschen Schulvereins

Deutsche Weihnacht

***ECKART-Adventkalender***

Von Ursel Peter

Wieder brennen die Kerzen,
Tannenduft füllt den Raum,
aufwacht aus allen Tiefen
der deutsche Weihnachtstraum.

Aufblühen auch die Herzen,
die Not und Leid fast versteint,
in dieser Nacht der Lichter
ist wundersam alles vereint.

Was unterm Schutt begraben,
was uns der Krieg erschlug,
alles erwacht von neuem,
was je unsern Namen trug.

Die Hände falten sich fester,
unsere Toten sind nah,
was wir geliebt und verloren,
heut’ ist es wieder da.

Die Heimat, das Haus, der Garten,
der Mutter gute Hand,
und draußen vor den Fenstern
das schlummernde deutsche Land,

dem alle Kerzen brennen,
dem all unser Beten gehört,
dessen weite göttliche Seele
kein Krieg jemals zerstört.

Leise duften die Tannen,
die Zeit versinkt und der Raum,
heller strahlen die Lichter
an unserem Weihnachtsbaum.

Heller noch leuchtet die Sehnsucht,
die in allen Herzen erwacht,
da sie Antwort erhält aus der Ferne
in dieser heiligen Nacht.

Antwort der namenlos Vielen,
deutscher Menschen heißestes Fleh’n,
die gefangen, verraten, vertrieben
jenseits des Lebens steh’n.

Nacht, du hohe, du stille,
schließ’ all diese Bitten ein,
laß das Heimweh von all deinen Lichtern
das hellste und wärmste sein.