Foto: www.internist-hietzing.at

„Die Kollateralschäden dürften enorm sein…“

Dr. Marcus FRANZ über die Hintergründe der Corona-Panikmache

„Bald wird jeder von uns jemanden kennen, der an Corona gestorben ist“, behauptete Bundeskanzler Kurz am 30. März. Ende Mai gibt es nach wie vor kein Massensterben – noch nicht einmal nach den offiziellen Zahlen, die stark anzuzweifeln sind, da die wenigsten Menschen AN sondern lediglich MIT Corona sterben, was die Obduktionsergebnisse des Hamburger Pathologen Klaus Püschel hinlänglich bewiesen haben. Dennoch bleiben viele Fragen zu dem Themenkomplex Corona offen. Wir haben den Wiener Top-Mediziner Marcus Franz nach seiner Einschätzung gefragt…

Der ECKART: Seit dem Ausbruch von Covid-19 in Wuhan sind mehrere Monate vergangen. Wie würden Sie den Grad der Gefährlichkeit der Krankheit nun einschätzen?

Dr. Marcus Franz: Nach wie vor ist es so, daß bis zu 90 Prozent der SarsCov2-Infizierten nur harmlos erkranken bzw. die Infizierten wenig bis sogar überhaupt keine Symptome entwickeln. Aus der aktuellen und nach ihrem Durchführungsort benannten Heinsberg-Studie des deutschen Virologen Professor Hendrik Streeck geht hervor, daß bei circa 20 Prozent der Infizierten überhaupt keine klinischen Erscheinungen auftreten.
Insgesamt kann man nach den bisher vorliegenden Daten feststellen, daß die Infektion aus Sicht der öffentlichen Gesundheit primär als ungefährlich einzustufen ist. Der politische und der mediale Hype um Corona vermittelt da oft einen falschen Eindruck. Freilich ist es aber so, daß ein Teil der Infizierten schwer oder lebensgefährlich erkranken kann. In Deutschland und Österreich versterben circa 0,3 – 0,5 Prozent der Infizierten an Covid-19. Zum Vergleich: Die Sterblichkeit bei der echten Grippe (Influenza) beträgt 0,1 Prozent. Die Befürchtungen einer Überlastung des Gesundheitssystems haben sich aber mittlerweile relativiert, weil sich nicht nur die Zahlen, sondern auch die Behandlungsmethoden geändert haben. War es noch vor ein bis zwei Monaten medizinischer Usus, die Patienten, die an Atemnot infolge einer Covid-Lungenentzündung litten, frühzeitig an eine Beatmungsmaschine anzuschließen, hat man mittlerweile gelernt, daß durch eine reine Sauerstoff-Therapie die Überlebensrate oft steigt. Das hat die große Befürchtung, man würde zu wenig Beatmungsplätze haben, entschärft.

Erscheinen die von der österreichischen und der deutschen Regierung verhängten Maßnahmen vor diesem Hintergrund gerechtfertigt?

Nach der inzwischen verstrichenen Zeit ist es natürlich leichter, die von Anfang an in vieler Hinsicht fragwürdigen Maßnahmen zu kritisieren. In Deutschland ist es jedenfalls so, daß die Maßnahmen erst eingeführt wurden, als die sogenannte Replikationszahl unter eins gesunken ist. (Man muß immer auch Replikations-ZAHL sagen, nicht -RATE. Das wird zwar oft als Rate angegeben, ist aber keine. Eine Rate ist ja nur etwas, das man aus einem Verhältnis ableiten kann, aber die Replikationszahl ist eben eine feststehende Ziffer.) Die strengen Maßnahmen wie das Sperren von Geschäften, Schulschließungen, Betriebssperren etc. waren also schon damals sinnlos. Eine Replikationszahl unter Eins bedeutet nämlich, daß ein Infizierter im Schnitt nur weniger als eine weitere Person anstecken kann. Anders gesagt: Die Infektionsraten sanken ohnehin schon ab – und zwar signifikant. Der „Lockdown“ war also nichts anderes als politischer Aktionismus, weil er keine echten positiven Auswirkungen mehr hatte.

Manche Kritiker meinen sogar, daß die radikalen Maßnahmen der Regierungen auch aus gesundheitlicher Sicht mehr geschadet als genützt hätten. Was sagen Sie zu dieser Theorie?

Mit Sicherheit hat der Lockdown mehr geschadet als genützt. Es gibt eine Unzahl von medizinischen Kollateralschäden, die erst nach und nach erkennbar werden. Die Krankenhäuser standen zum Teil fast leer, weil alles auf die Covid-Patienten wartete, die dann längst nicht in der angenommenen Zahl gekommen sind.Der Effekt: Die „normalen Kranken“ wurden ja durch Covid nicht weniger, hatten aber plötzlich keine Ressourcen mehr zur Verfügung. Es gab und gibt daher zum Beispiel zahllose Patienten, deren Krebsbehandlungen nachweislich verzögert wurden. Was das für die Betroffenen bedeutet, kann man sich ausmalen.
Ebenso wurde tausende Gelenks-OPs abgesetzt und auf unbestimmte Zeit verschoben. Diese Patienten sind oft teilweise immobil, weil Knie oder Hüfte kaputt sind, sie müssen oft nebenwirkungsreiche Schmerzmittel auf Dauer nehmen. Von Depressionen, sozialen Katastrophen, Selbstmorden usw. gar nicht zu reden, gerade im psychosozialen Bereich dürften die Kollateralschäden enorm sein – auch und gerade bei älteren Menschen.