Kärntens Freiheitskampf: Unser Erbe und Auftrag

„Solang du ein Stückchen Erde kennst, das du mit tiefem Glücke „Heimat“ nennst, bist du noch reich“ schrieb Ingeborg Teufenbach. Gertrud Schmirger fand folgende Worte: „Heimat liegt in der Gemeinschaft, im gleichen Hoffen, im gleichen Erleben, im gleichen Fürchten, im gleichen Zukunftsbild.“ Eindeutig hat sich das im Kärntner Abwehrkampf gezeigt.

Ein Kommentar von Ing. Harald Regenfelder

Ich war von Kindheit an mit dem Abwehrkampf konfrontiert! Mein Onkel Johann Hubmann, Postenkommandant von Arnoldstein, erstes Opfer im Abwehrkampf, wurde am Schreibtisch von einem Slowenen erschossen. Daraufhin meldete sich mein Patenonkel Karl Leitl als Freiwilliger mit 18 Jahren für den Abwehrkampf.

Kriegsmüde Heimkehrer greifen erneut zu den Waffen 

Die kriegsmüden Heimkehrer aus dem Ersten Weltkrieg sahen ihre Heimat bedroht und griffen zu den Waffen. Galt es doch, die Heimat zu verteidigen. Im November 1918 besetzten südslawische Truppen große Teile Kärntens und forderten den Anschluß an den Staat der Serben, Kroaten und Slowenen (SHS). Deutsche Schulleiter und Bürgermeister wurden abberufen, deutsche Kultur und Gesangsvereine verboten, die Zeitungen eingestellt, das Standrecht wurde eingeführt und Kärnten der Laibacher Verwaltung unterstellt.

Führungspersönlichkeiten prägten den Abwehrkampf 

In dieser schweren Zeit standen starke Persönlichkeiten an der Spitze des Landes Kärnten. Dr. Arthur Lemisch, Oberstleutnant Ludwig Hülgerth und Dr. Hans Steinacher. Die politische Führung in Wien hatte Kärnten längst aufgegeben und definierte Südkärnten als geschlossenes jugoslawisches Siedlungsgebiet. Die Landesversammlung nahm diesen Willkürakt nicht zur Kenntnis und nahm das Schicksal in die eigene Hand. Es muß erwähnt werden, daß Dr. Arthur Lemisch mit seinem Privatvermögen für die Anschaffung von Kriegsmaterial gebürgt hat. Am 15. Dezember begann mit einem Kanonenschuß die „7er-Kompanie“ Dr. Steinachers den Widerstand gegen die Slawen, die ganz aus Kärnten vertrieben wurden. Diese Offensive war das Signal an die Alliierten, daß ein kleines Land die slawische Aggression nicht zur Kenntnis nähme.

Keine Volksabstimmung ohne den Abwehrkampf

Daraufhin bereiste im Jänner 1919 eine amerikanische Studienkommission unter Sherman Miles das Gebiet und stellte als Empfehlung im Gutachten die Karawanken als Grenze fest. Daraufhin wurde von der Gebietskommission in Paris die Durchführung einer Volksabstimmung beschlossen.
Dies wurde von den Südslawen nicht zur Kenntnis genommen, und sie starteten eine Großoffensive auf der ganzen Front. Es wurden hunderte Lehrer, Gendarmen und öffentliche Beamte entlassen. Die gut vorbereiteten Kärntner wehrten diesen Überfall wieder ab. Am 7. Mai 1919 stand kein slawischer Soldat mehr auf Kärntner Boden. Der oberste Rat in Paris beschloß daraufhin endgültig die Durchführung einer Volksabstimmung.

Der 10. Oktober 1920 wurde zu einem Schicksalstag

Der neuerliche Überfall mit achtfacher Übermacht am 28. Mai konnte die Durchführung der Volksabstimmung nicht mehr verhindern. Die Kärntner wollten kein Blutvergießen und brachten Frauen und Kinder in Sicherheit. Trotz jugoslawischer Besetzung und fürchterlichem Terror wurden 59,04 Prozent Stimmen für Österreich und 40,96 Prozent Stimmen für Jugoslawien abgegeben. Die Kärntner Landesregierung, die schon vorher nach Spittal/Drau verlegt worden war, leitete von dort aus sehr erfolgreich die Vorbereitungen für die Volksabstimmung. Es waren die „windischen und deutschen“ Kärntner, die für die Republik Österreich gestimmt haben. Die Windischen, die keine Slowenen sind, haben viel zur positiven Entscheidung beigetragen.