Bleibt Kärnten auch in Zukunft ein Hort der Heimatliebe?

Zur 100. Wiederkehr des Tages der Kärntner Volksabstimmung am 10. Oktober 1920 ist die neue ECKARTSCHRIFT aus der Feder von Walter Tributsch erschienen: „Kärnten. 100 Jahre nachdem ‚Mannesmut und Frauentreu` die Heimat sich erstritt aufs neu`‘“. 30 Jahre nach der ECKARTSCHRIFT „Kärnten – Tausend Jahre und siebzig“ von Otto Scrinzi, nimmt Tributsch eine tiefschürfende Untersuchung der Kärntner Geschichte der letzten hundert Jahre vor. Er zeigt die grundlegenden identitätstiftenden Linien auf, die nördlich der Karawanken ein besonderes Heimatbewußtsein entstehen ließen, aber auch die Probleme des Sprachen- und Volksgruppenkonflikts der letzten Jahrzehnte. Lesen Sie nachstehend einen Textauszug…

Ein Beitrag von Walter Tributsch

Während heutzutage alles darauf ausgerichtet ist, in den europäischen Staaten die nationalen Identitäten und Bindungen zu untergraben und abzubauen, mußten die Bestrebungen vor 100 Jahren freilich in die gegenteilige Richtung gehen. Der Weltkrieg war verloren, die Donaumonarchie zerfiel. Der Kaiser als Identitätsfigur für das Habsburgerreich war zurückgetreten und im Exil. Zurückgelassen blieben die Bürger des einstigen Vielvölkerstaates in einem Vakuum mit vagen Vorstellungen zu ihrer staatlichen Neuorganisation. Dabei hatten es Tschechen, Kroaten oder auch Ungarn einfacher als die deutsche Volksgruppe der ehemaligen k.u.k.Monarchie.

Die Lügen der alliierten Sieger

Alle anderen konnten sich, dem Schlagwort der Wilsonschen Weltordnung vom Selbstbestimmungsrecht der Völker entsprechend, auf den Aufbau ihres Nationalstaates konzentrieren. Was übrig blieb war „Restösterreich“, dem nicht nur Kriegsschuld und Verliererstatus verblieben, sondern auch eine wenig verheißungsvolle Zukunft. Der weitaus größten Volksgruppe im Land entsprechend nannte sich die neugegründete Republik auch „Deutsch-Österreich“. Ganz selbstverständlich gingen Politiker wie auch der Großteil der Bevölkerung von der Überzeugung aus, daß es sich bei diesem Rumpfstaat nur um eine vorübergehende Zwischenlösung handeln würde.

Eine Vereinigung mit dem anderen, ebenfalls aus einer Monarchie hervorgegangenen deutschen Nachfolgestaat galt eigentlich als logische Konsequenz dessen, wofür der amerikanische Präsident den Friedensnobelpreis bekommen hatte: des Selbstbestimmungsrechtes der Völker. Wenn sich schon unter diesem Titel die einstigen Nationen des habsburgischen Vielvölkerstaates die Legitimation ableiteten, eigene neue Staaten zu gründen, mußte es wohl auch der deutschen Bevölkerung zustehen, ihre künftige nationale Körperschaft selbständig gestalten zu können.

Diktate von Versailles und St. Germain schaffen Unfrieden 

Mitnichten: Die Diktate von Versailles und Saint Germain waren darauf abgestimmt, eine neue starke Macht in Zentraleuropa ein für alle Mal zu verhindern. Das hätte man wohl von einem deutschen Staat, gebildet aus den Nachfolgern der Monarchien, die den Krieg verloren hatten, trotz aller Repressalien, die in den Friedensdiktaten schließlich eingebaut wurden, erwarten müssen.

Daher waren die österreichischen und auch deutschen Vertreter in St. Germain und Versailles gezwungen, Verträge ohne Verhandlungs- oder Einspruchsrecht zu unterzeichnen, die diese Möglichkeit einer Vereinigung in einem gemeinsamen Staat ausdrücklich untersagten.

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