Foto: KDV/Katrin Litschko

Großes karpatendeutsches Gesamttreffen in Käsmark

Die freundliche Bezirksstadt Käsmark/Kezmarok in der Ober-Zips war am 21. und 22. Juni 2019 Gastort für ein vielfältiges Programm: Das Kultur- und Begegnungsfest vermittelte ein lebendiges Bild vom Leben der karpatendeutschen Heimat-Verbliebenen – aber auch der Verbundenheit mit den Vertriebenenverbänden in den neuen Heimaten. Der ECKART war exklusiv dabei!

Es war wieder ein ehrliches, fröhliches, und auch nachdenklich stimmendes Gesamtbild, das sich den vielen Besuchern aus allen fünf Regionen bzw. 35 Ortsgruppen des Karpatendeutschen Vereins (KDV), den Botschaftern aus der BRD und Österreich, den Vertretern der Slowakei, den Vertretern der Karpatendeutschen Landsmannschaften aus der BRD und Österreich sowie den sonstigen Interessenten geboten hat. Der KDV-Obmann Dr. Ondrej Pöß konnte sehr zufrieden sein.  Im Mittelpunkt der Gespräche stand vor allem die Schul- und Sprachensituation: einerseits die doch endlich wieder erreichte verstärkte Wahlmöglichkeit für Deutsch als Fremdsprache, andererseits die vielen fehlenden muttersprachlichen Lehrkräfte, beginnend bereits im Kindergarten.

Empfang im Rathaus und Eröffnung einer Austellung

Das vielfältige Programm begann am Freitag mit der Enthüllung einer Gedenktafel am Geburtshaus des Botanikers Friedrich Haszlinksy und setzte sich bei dem Schülerwettbewerb in Poesie und Prosa fort. Der „Verband der Deutschlehrer und Germanisten der Slowakei“ mit ihrem Präsidenten Dr. Marek Lupták, Zvolen/Altsohl  war zufrieden.  Der Bürgermeister gab einen kleinen Empfang im sehr eindrucksvollen Rathaus, erhöht durch die Ehrung zweier Käsmarker Studenten durch die Genersich-Stiftung, Budapest. Es folgte die Eröffnung der Ausstellung im gotischen Haus des Käsmarker Museums: „Rissdorf – Ein verschwundenes Städtchen“. Ein kleines Konzert im Freien leitete über zum festlichen Abendessen für die vielen maßgeblichen Personen, in Anwesenheit beider Botschafter, mit entsprechend klaren, deutlichen Aussagen zu den zentralen Themen. So unter anderem, daß Ortsgruppe und Region Preßburg passend nachbesetzt werden konnten.

Gedenktafel für Prerau-Opfer

Der Samstag brachte viele Höhepunkte: Vorab die Enthüllung einer Gedenktafel für die mehr als 250 karpatendeutschen Zivilisten, die am 18./19. Juni 1945 in Prerau/Prerov nahe Olmütz auf der Rückfahrt in die alte Heimat „einfach so“ von tschechoslowakischen Soldaten ermordet worden waren. Die Tafel hängt in der „Roten“ großen Evangelischen Kirche in Käsmark rechts vom Eingang. Die beiden evangelischen Kirchen stehen nebeneinander, die neue, große, rote ist aber sehr viel höher. Dann die ökumenische Messe in der großartigen Holzkirche, der evangelischen Artikularkirche nahe dem ehemaligen so ruhmreichen Lyceum.  Der mehrere tausend Menschen fassende Raum ist wieder in sehr gutem Zustand. Mitwirkend waren die Blaskapelle aus Svit und der Chor aus Metzenseifen/Medzev.

Prominenz und buntes Programm

Ziel des gemeinsamen Festzuges war das Tökely-Schloß am anderen Ende der Altstadt: voran die Blaskapelle, dann die Festgäste in zum Teil sehr schönen Trachten und die übrigen Teilnehmer. Im Schloßhof fanden dann die Auftritte der  17 mitwirkenden Gruppen statt. Eingeleitet wurde mit zweisprachigen Ansprachen vom Bürgermeister, KDV-Obmann Dr. Ondrej Pöß, der neuen österreichischen Botschafterin  Mag. Margit Bruck-Friedrich, des bundesdeutschen Botschafters Joachim Bleiker, der Vorsitzenden der Karpatendeutschen Landsmannschaft in der BRD Brunhilde Reitmeier-Zwick und des Vertreters der  ÖLM und der Karpatendeutschen Landsmannschaft in Österreich Dr. Wolfgang Steffanides. Das dann folgende bunte Programm wurde  von zwei ausländischen Gruppen bereichert: der großartigen Tanzgruppe der Gemeinschaft Junger Ungarndeutscher aus Dunaharaszti, und einer volkstümlichen Dreiergruppe aus Österreich. Ein reichhaltiges kulinarisches Angebot sowie Stände verschiedener Organisationen rundeten die gelungene Veranstaltung ab.