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WKR-Ball 2012 – Augenzeugenberichte

Liest man die Berichte in den Tageszeitung, so waren die Demonstrationen gegen den WKR-Ball im Großen und Ganzen friedlich. Dass dem nicht so war, ist hier anhand von Augenzeugenberichten zu lesen.

R.M.

Nachdem ich vor 25 Jahren den WKR-Ball besucht hatte, wollten ich und meine inzwischen erblindete Frau,  noch einmal einen Wiener Traditionsball besuchen.

Wir fuhren etwa eine Stunde vor Ballbeginn (9 Uhr) mit dem Taxi Richtung Hofburg. Der Taxifahrer äußerte, es gäbe Probleme wegen Demonstrationen, aber er hätte Anweisung bekommen, eine bestimmte Route zu nehmen, um zur Hofburg zu gelangen.

In der Herrengasse war dann allerdings kein Weiterkommen mehr, wobei man noch nicht sah, was sich weiter vorne im Bereich der Hofburg abspielte. Wir stiegen aus, um zu Fuß weiter zur Hofburg zu gelangen . Beim Weitergehen, – meine Frau tastete sich  neben mir mit ihrem Blindenstock weiter, –  gerieten wir in eine lautstark lärmende Gruppe von überwiegend schwarz gekleideten jungen Leuten, die sich offensichtlich anschickten die Straße (Herrengasse) zu blockieren. Wir wurden nun sofort bedrängt mit Püffen und Stößen, wobei wir ständig mit übelsten Schimpfworten angebrüllt wurden, wie „Nazischwein“  und ähnliches. Wir gerieten nun in eine unerträgliche Bedrängnis und versuchten irgendwie durch – und weiterzukommen, wobei meine Frau von mir abgedrängt wurde. Ich versuchte ihr nun zu Hilfe zu eilen und machte die gewalttätigen jungen Leute laut schreiend darauf aufmerksam, daß sie doch diese blinde Frau in Ruhe lassen sollten. Dies half alles nichts. Sie wurde brutal gegen eine Wand gedrängt, schließlich konnte ich mich ihr irgendwie wieder nähern, wobei ich fast zu Boden gestoßen wurde. Die dadurch erfolgten Verletzungen  (Hämatone) sind immer noch erkennbar!

Meine Frau geriet nun regelrecht in Panik, weil sie ja nichts sehen und erkennen konnte, woher die Püffe und Stöße kamen und ich auch kurzfristig nicht mehr in ihrer Nähe war. Mittlerweile war sie an eine Wand gestoßen worden und regelrecht eingekeilt worden, wobei ihr ständig übelste Schimpfworte (siehe oben) ins Ohr gebrüllt wurden. Irgendwie gelang es mir wieder in ihre Nähe zu kommen und sie aus der Einkeilung herauszureißen.

Ich war nun selbst in äußerste Panik geraten, und wies laut schreiend auf den Zustand meiner blinden Begleiterin hin, die am Zusammenbrechen war , wobei mir noch ein Wortfetzen einer Demonstrantin in Erinnerung ist, die sinngemäß äußerte, sie  (meine behinderte Begleiterin ) möge, wenn sie blind sei zu Hause bleiben.

Wir waren nun,  umgeben von einem ständig überlaut  johlend  und kreischend  Schimpfworte (s.o.) skandierenden Pulk und von weiteren Püffen und Stößen begleitet, die am Weiterkommen hindern sollten, in den vorderen Bereich des Demonstrationshaufens gelangt, wo sich deren Teilnehmer untergehakt hatten. In einem wahren Kraftakt der Verzweiflung gelang es mir irgendwie, meine hilflose Frau nachzerrend, in letzter Not diesen Hexenkessel  zu durchbrechen .

In einer Entfernung von 30 – 50 m sah ich dann auch eine Polizistin, und versuchte dorthin zu gelangen. Ich musste jedoch alsbald wegen einer Herzattacke stehen bleiben und mich auf  meine Frau stützen, die sich selbst kaum noch halten  konnte.

Das ganze hat mehrere Minuten gedauert, die mir wie eine Ewigkeit erschienen.

Ich möchte mir hier einen Kommentar ersparen, denn die Tatsachen sprechen für sich.

Ich möchte auch nicht über diese verblendeten jungen Leute richten und rechten und ich habe auch keinen Strafantrag gestellt. Aus meiner jahrzehntelangen forensischen gerichtlichen Erfahrung weiß ich, daß diese jungen Leute einzeln gesehen, zu einem solchen Verhalten gar nicht in der Lage sind. Aber in der Masse, aufgeheizt durch Parolen, Verleumdungen und aufhetzende Aufforderungen  sind sie dazu bereit.

Jene aber, die solche Demonstrationen veranlassen und unterstützen, sei es aus medialem  oder politischem Interesse  oder aus sonstigen Gründen , mögen sich überlegen, was sie damit anrichten. Unsere mühsam erworbene Demokratie muss nicht zerstört werden.

 

M. G.

Um ca. 20 Uhr 40 in der Naglergasse, auf halber Höhe, traf ich mit 5 weiteren Ballgästen auf eine Gruppe mit 8-9 Linken Demonstranten. Zuerst wurde eine geöffnete, volle, Bierdose nach mir geworfen, welche vor mir aufschlug. Wir ignorierten diese Wurfattacke. Als die Gruppe auf unserer Höhe war, bekam ich einen gezielten Faustschlag gegen die linke Seite meines Unterkiefers. Daraufhin kam ich zu Sturz und stauchte mir mein linkes Handgelenk. Während mir aufgeholfen wurde, provozierte einer der Linken mich massiv. Um weitere Tätlichkeiten zu vermeiden, bogen wir in eine Seitengasse ab und begaben uns direkt zu einer Polizeisperre in der Kärntner Straße. Bei meinen Verletzungen handelt es sich um eine geschwollene Lippe,  die auf der Innenseite aufgerissen ist.

Anzeige wurde erstattet.

 

R.E.

Ich war Augenzeuge eines Angriffes auf einen Ballgast. Das ganze geschah um ca. 20.45 vor dem Josephsplatz. Die hintere rechte Windschutzscheibe unseres Taxis war heruntergelassen und so kam, was kommen musste: Ein Linker schlug durch das Seitenfenster auf den Vater eines unserer Fuchsen ein. Er erlitt zum Glück nur eine
leichte Schürfwunde an der Hand. Danach konnten wir das Fenster schließen und es kam zu keinen weiteren Vorfällen.

Anzeige wurde erstattet.

 

W.R.M.

Ich war mit einer Gruppe von ungefähr 20 Ballgästen auf dem Weg zur Hofburg, als wir plötzlich mit Eisbrocken, Knallkörpern und anderen Gegenständen attackiert wurden. Nach einem Angriff mit Pfefferspray, mußte einer aus unserer Gruppe von Sanitätern behandelt werden.

Anzeige wurde erstattet.

 

W.N.F.

Wir waren zu dritt in einem Taxi in der Schottengasse, wo dieses von Linken blockiert wurde. Die Fahrzeugtüren wurden immer wieder aufgerissen, in den Wagen hinein getreten und hinein gespuckt. 2 Polizeiautos standen in unmittelbarer Nähe (beim Rest. Leupold) und müßen die Angriffe auf uns gesehen haben, zu Hilfe kam uns aber niemand. Abgesehen davon ist es zu Schimpftiraden gekommen, die an Aufruf zum Mord erinnern: „Ein Baum, ein Strick, ein Burschigenick“, „Wenn ihr aussteigt, seit ihr alle Tod“ oder „Wenn nicht heute, dann morgen, aber wir kriegen euch alle“!

 

N.F.

Ich mußte mitangesehen, wie ein älteres Pärchen (über 70 Jahre) mit Tritten und Schlägen aus einer anonymen Masse angegriffen wurde.

Die Absperrung der Linksradikalen war in der Herrengasse, zwischen Palais Niederösterreich und dem Radisson Blue Style Hotel . Die angegriffenen kamen aus der Leopold-Figl-Gasse und sind direkt in die Linken hinein gelaufen, die das Pärchen zu spät sah. 4 Polizisten (und ein paar Absperrgitter) waren ca. 4 m hinter dem linken Mob und haben versucht – so gut es ging – zu helfen, aber aufgrund der Unterzahl konnten sie den Angriff nicht verhindern.

 

M.Sch.

Gegen 21:20 fuhren wir (meine Frau und ich, sowie eine Freundin) mit dem Taxi vom 8. Bezirk zur Hofburg. Am Ring sagte ein vom Taxifahrer angesprochener Polizist, die Zufahrt zur Hofburg sei über den Schottenring / Herrengasse / Josefsplatz nicht moglich, wir sollten am Heldentor vorfahren. Dort wurden wir von einer Gruppe mit ca. 20 – 25 Personen umringt und an der Weiterfahrt gehindert. Die Personen blockierten das Fahrzeug dadurch, daß sie sich auf die Motorhaube setzten, an den Türen zogen etc. Das Fahrzeug wurde auch bespuckt. Da der Fahrer die Türen verriegelt hatte, konnten die Personen uns nicht persönlich angreifen.

Der Fahrer setzte das Fahrzeug zurück und wir konnten daraufhin davon fahren. Anschließend versuchten wir über den Kärntner Ring / Kärntner Straße Richtung Hofburg (Josefsplatz) zu fahren. Am Hotel Sacher sagte ein Polizist auf Nachfrage, die weitere Zufahrt sei nicht möglich, wir sollten aussteigen und zum Josefsplatz laufen. Angesichts der nicht vorhandenen weiteren Präsenz von Polizeikräften, aber jeder Menge Vermummter, sahen wir davon ab, setzten die Fahrt mit dem Taxi fort und fuhren anschließend über den Hohen Markt Richtung Herrengasse, wurden aber dort von Vermummten angehalten. Diese fotografierten uns durch die Scheiben, griffen das Fahrzeug aber nicht an und ließen uns weiterfahren.

Nachdem auch an der Herrengasse kein Durchkommen war, lautete die Auskunft der Polizei nunmehr, über den Kohlmarkt (Fußgängerzone) und Michaelerplatz zum Josefsplatz zu fahren, was letzlich auch möglich war.

 

G.G.

Am 27. Jänner 2012 fand in der Wiener Hofburg der WKR-Ball statt. Wir versammelten uns in der Johann-Straußgasse 7 und fuhren gegen 19:30 mit einem Großraumtaxi in Richtung Hofburg. Die direkte Anfahrt war zu diesem Zeitpunkt nicht mehr möglich und wir blieben bei einer Polizeisperre stehen und fragten einen Polizisten nach der besten Lösung um sicher auf den Ball zu gelangen. Der Polizist sagte, dass wir es über die Herrengasse probieren sollten. Wir fuhren dort hin und kamen in einen Stau. Linke „Aktivisten“ blockierten den Weg und wir einigten uns, daß wir es zu Fuß versuchen. Es stiegen auch aus anderen Taxis Ballbesucher aus und wir schloßen uns aus Sicherheitsgründen zu einer großen Gruppe zusammen. Die Gruppe hatte eine Größe von 20 Personen, darunter 8 Damen. Das Alter reichte von Mitte 20 Jahren bis zu ca. 60 Jahren. Nach einem ungefähren Fußweg von 3 Minuten hörten wir lautes Geschrei. Aus Sicherheitsgründen nahmen wir die Damen und älteren Herren in unsere Mitte und gingen weiter. Plötzlich stoßen aus einer Seitengasse ca. 30-40 vermummte, schwarzgekleidete  Personen auf uns zu und griffen uns körperlich und verbal an! Sie rissen uns den Deckel vom Kopf (Raub), bzw. versuchten es (versuchter Raub)! Sie schlugen mit Fäusten und Beinen auf uns ein! ( Körperverletzung)!! Sie nahmen auch keine Rücksicht auf die Damen, sie wurden ebenfalls attackiert!!! Sie beschimpften uns als: „Nazischweine“, „Wixer“, „Hurensöhne“, und es gab auch Aussagen wie: „Ich Schweine gehörts alle gehängt und daschossen“!!!

Wir schaffen es, durch diese aggressiven Attacken durchzubrechen und flüchteten in die nächste Gasse. Leider kann ich nicht sagen, wie die Gasse heißt, denn ich komme nicht aus Wien. Von dort aus schlossen wir uns mit weiteren Ballgästen zusammen und gingen Richtung Hofburg. Kurz vor der Polizeiabsperrung kamen wir zu einem Platz, wo sehr viele Linke „Aktivisten“ waren. Wir machten uns Sorgen, daß etwas passieren könnte, denn die Polizei stand ca. 200 m entfernt in Schutzanzügen, machte jedoch nicht den Anschein, daß Sie uns helfen würde. Plötzlich gab es einen schweren Durchbruch seitens der Linken über die Wiese. Sie liefen auf uns zu, bespuckten uns, schlugen uns und als würde das nicht reichen, flogen Faustgroße Steine und Flaschen in unsere Richtung. Ein Ballbesucher aus meiner Gruppe wurde dabei am rechten Fußknöchel getroffen und sackte zusammen!! Die Linken trieben darauf hin einen Keil zwischen uns und gingen auf die Damen los. Sie traten und schlugen Sie und versuchten Ihre wunderschönen Ballkleider zu ruinieren!! Daraufhin flogen Knallkörper in Kopfhöhe in unsere Richtung!! Wie gesagt, die Polizei schaute aus großer Entfernung nur  zu!!!!Kein einschreiten, keine Hilfe… NICHTS!!! Mit vereinten Kräften gelang es uns, sicher hinter die Polizeisperre zu kommen! Dort wurden sofort die Verletzten versorgt. Daraufhin bin ich zu dem Einsatzführer der Polizei bei der Absperrung gegangen und habe mich sehr lautstark darüber beklagt, daß uns nicht geholfen wurde! Ich sagte ihm, daß Sie gefälligst in Richtung Herrengasse vorstoßen sollten, um uns den Weg zu sichern! Daraufhin bewegte sich der Polizeizug. Ich konnte jedoch nicht feststellen, ob Sie zur Herrengasse sind!

Ich konnte mir bis zu diesem Zeitpunkt nicht vorstellen, dass so etwas heutzutage passieren kann! In Österreich, in einer Demokratie!! Es herrschte dort ein Bürgerkrieg!! Nicht weniger!!

Ich persönlich wurde mit Schlägen und Tritten attackiert, man versuchte mir meinen Deckel zu rauben, jedoch setzt ich mich zur Wehr und konnte ihn zurückbekommen!! Nichts desto trotz, ist meine Kopfbedeckung kaputt!!

Anzeige wurde erstattet

.
D.K.

Die Medienberichte über die WKR-Ball Gegendemonstration sind unglaublich.

Wie „friedlich“ die Gegner des Balles waren, haben meine Frau und ich am eigenen Leib erfahren müssen. Ich glaube nicht, dass ich ein überdurchschnittlich feiger Mensch bin. Wir Burschenschafter sind Anfeindungen dümmster Art gewohnt. Aber das, was ich bei der Anreise zum Ball gesehen habe, das war Faschismus mitten in Wien.

Wir hatten das Glück, einen mutigen Taxler zu haben, der uns nicht wie viele andere Ballgäste es erlebten, zum Aussteigen aufforderte. Trotzdem wurde meiner Frau und auch mir Angst und Bange. Nach etlichen Umwegen sind wir schließlich mit unserem Taxi in den Kohlmarkt eingebogen. Rund um uns Absperrungen, Polizeisirenen, immer wieder brüllende und wild gestikulierende, meist vermummte Personen, die uns wüstes beschimpften.  Die von der Polizei bekannt gegebene sichere Route war gesperrt. Am Kohlmarkt spitze sich die Situation zu: Böller und Feuerwerkskörper wurden auf die Taxis und jene geworfen, die nicht mehr in Taxis saßen. Leute stürzten sich auf die Taxis und droschen mit Fäusten und Gegenständen darauf ein. Im hinteren Taxi, welches wie wir mit Schritttempo fuhr, wurde die Tür aufgerissen und Gegenstände (ich nehme an Knaller) hineingeworfen. Demonstranten irrten herum wie Jäger und bewarf alles, was nach Ballgast aussah, mit Gegenständen. Und das erstaunliche war, die teilweise vorhandene Polizei rührte keinen Finger! Mein Ansinnen, die Polizisten an ihre Aufgaben zu erinnern, wurde von meiner Frau unterbunden. Sie wollte nur weiter und in ein sicheres Gebäude.

Dort angekommen, hatte nahezu jeder Ballgast mit dem wir gesprochen haben, seine Geschichte zu erzählen: ein Bundesbruder von mir war mit seiner Frau und seinen Töchtern zu Fuß unterwegs, da sich der Taxler weigerte weiter zu fahren. Die Demonstranten sind gezielt auf die Frauen losgegangen, haben sie beschimpft, bespuckt, mit Eiern beworfen, Knaller wurden vor die Füße geworfen, gerempelt, niedergestoßen, er selber wurde geschlagen, seine Mütze gestohlen. Dutzende ähnliche Berichte mußten wir am Ball vernehmen. Daß ein Korporationshaus beinahe abgefackelt wurde, weitere Häuser beschmiert wurden, nur so nebenbei. Das war Terror gegen alle jene, die nicht auf der „richtigen“ Seite standen.

Daß davon nicht viel berichtet wird ist traurig aber wahr.

 

S.G.

A. und ich haben vom Haus des Corps Saxonia (7. Bez.) bis zum Hintereingang der Hofburg mit dem Taxi insgesamt 1,5 Stunden gebraucht. Der Fahrer war so freundlich und hat bei einem Preis von 30 Euro den Taxameter ausgeschalten…mit den Worten: „Da können Sie ja nix dafür, wenn die da draußen alle durchdrehen und randalieren- und aussteigen kann ich sie ja auch nicht lassen- da passiert ihnen noch was!“.

An der Kreuzung beim Schottentor haben mehrere Demonstranten den Weg für unser Taxi mit Fahrrädern versperrt, sich auf die Motorhaube gesetzt und darauf getrommelt, den Mercedesstern des Taxis verbogen und gerufen: „Nazis raus! Verpisst euch! Seht sie euch an die Naziwixer! Scheiß Nazischlampe!!“. Auch den Taxifahrer haben sie beschimpft was für ein „scheiß Arschloch er sei, Nazis zu ihrem Nazitreffen zu fahren“. Erst nach 10 min. ließen sie uns weiterfahren.

Bei der Freyung konnten wir dann auch nicht durchfahren, weil dort mind. 100 Demonstranten die Durchfahrt wieder mit Fahrrädern versperrten. Dort konnten wir beobachten, wie H.W.(ein Corpsbruder von A.) beim Versuch aus dem Taxi auszusteigen von den Demonstranten sofort umkreist wurde. Sie schrien ihn an und stahlen sein Prunktönnchen. So blieb ihm und seiner Begleitung nichts anderes übrig als wieder ins Auto zu steigen. Die Polizei sah am Rande des Platzes tatenlos zu.

 

G.F.

Wann: 27.01.2012

Wo: Landhausgasse, Minoritenplatz, Schauflergasse

Wer war beteiligt: Vermummte Demonstranten

Was ist geschehen:

Nachdem meine Begleiter und ich gegen 20.45 von der Polizei aufgefordert wurden unseren, durch Sitzstreik, blockierten Bus zu verlassen, wurden wir auf eine angeblich sichere Route zur Hofburg geleitet. Trotz Polizeianwesenheit wurden wir, aufgrund der durch Mützen und Bänder der anwesenden Männer dargestellten Mitgliedschaft bei Verbindungen,  von Großteils vermummten Personen und Vertretern der Antifa aus Wien und Deutschland mit den unangebrachten, feindseligen, entwürdigenden und demütigenden Worten „Nazi Schweine“ und die anwesenden Damen mit „scheiß Nazi Frau“ beschimpft. Im speziellen die Worte „Wir kriegen euch alle“ empfand ich als einschüchternd und beängstigend. Wir wurden unter anderem bespuckt und einige Demonstranten versuchten nach uns zu treten.  Mehrmalige Bitten um einen angemessenen Abstand, um die unerwünschte und unangebrachte körperliche Nähe zu mir zu reduzieren,  wurden von den Demonstranten ignoriert.

Ich kann sagen, daß ich in meinem Leben noch nie so viel Angst hatte wie bei diesem Spießroutenlauf zur Hofburg.

 

G.W.

Taxi mit Fahrer und drei (bundesdeutschen) Fahrgästen:

– zwei Damen, beide ohne Couleur, beide als Ballbesucher erkennbar und

– ich, ohne Kopfcouleur, Mantel geschlossen, als Ballbesucher, aber nicht als Korporierter erkennbar

Fahrt von VIII., Florianigasse nach I., Michaelerplatz

Abfahrt ca. 20:15, geschätzte Fahrzeit (inkl. geplanter Umweg) maximal 15 Min.

Fahrt ohne Störung bis Schottentor (Universitätsstr./ Schottengasse)

Taxi vor uns wird von „Demonstranten“ auf Fahrrädern angehalten. „Demonstranten“ nesteln „hilflos“ an Fahrrädern herum. Unser Taxi überholt das angehaltene Taxi und biegt in die Schottengasse ab. Vor uns Stau. Ca. ein Dutzend „Demonstranten“ überholt uns mit Fahrrädern und blockiert mehrere Taxen vor uns. Nach mehreren Minuten (mindestens fünf) erscheint ein(!) Polizeifahrzeug und löst eine Ansammlung von „Demonstranten“ auf Fahrrädern an der Kreuzung Schottengasse/ Mölker Bastei auf. „Demonstranten“ kommen auf uns zu und stellen sich mit Fahrrädern vor unser Taxi. Weitere „Demonstranten“ gehen aufreizend langsam um andere und unser Taxi herum und schauen in jedes Fenster. „Demonstrant“ will Taxifahrer einen Handzettel geben, klopft an Scheibe der Fahrertür. Auf Aufforderung versucht unser Taxi in die Schottenbastei einzubiegen. Vor der Straße steht ca. ein halbes Dutzend „Demonstranten“ und versperrt uns die Einfahrt. Haßerfüllte „Gesänge“ dröhnen zu unserem Taxi, einziges, halb verständliches Wort ist „Antifaschist“. Die “Demonstranten“ zeigen uns allen die Mittelfinger. Die meisten „Demonstranten“ waren vermummt, nur eine war klar als Frau erkennbar. Taxifahrer versucht, im Slalom die Schottenbastei zu erreichen, „Demonstranten“ springen aber bei jeder Fahrtrichtung vor’s Taxi. Taxi wendet und fährt zurück, Richtung Schottenring, „Demonstranten“ schlagen mit Händen auf das Autodach (und das ist laut!). Umweg über Schottenring, Hohenstauffengasse, Renngasse, Heidenschuß, Am Hof, Schulhof fast ereignislos, bis auf Polizei, die uns den Weg zum Kohlmarkt befiehlt. Fahrt durch Seitzergasse mit Blumenkübeln versperrt, männliche Insassen im PKW vor uns (dem Augenschein nach KEINE Ballbesucher) entfernen diese. Stau ab Kreuzung Bognergasse/ Kohlmarkt.

Während wir im Stau standen konnte ich beobachten, wie sich ein „Demonstrant“ von hinten an einen AH e. s. v. Wiener B! Teutonia/ heranschlich, um ihm die Kopfcouleur aus der linken Hand zu klauen. Der genannte AH bemerkte das und konnte die Kopfcouleur behalten, woraufhin der „Demonstrant“ lachend(!)  durch die Bognergasse verschwand. Zur gleichen Zeit oder kurz danach fotografiert ein „Demonstrant“ alle Insassen unseres und aller weitere Taxen um uns herum. Während der Fahrt (im Schrittempo) wurden alle Insassen unseres Taxis als „Nazis“ beschimpft, begleitend zeigten die „Demonstranten“ mit den Fingern auf alle Insassen. Erst nach 45min erreichten wir, schockiert, aber körperlich unversehrt den Michaelerplatz.

 

P.W.
Wir waren gegenüber dem Cafe Zentral neben einem Bus eingekesselt, nachdem wir auf der Freyung das Taxi verlassen haben. Es hat sich eine ganze Gruppe von Ballgästen bei der Freyung zusammengefunden, die zu Fuß die Hofburg erreichen wollten. Auf der Freyung fuhren zuvor ständig Späher der Antifa auf dem Fahrrad vorbei. Einen davon könnte ich auch identifizieren, da ich ihn auf den Fotos in der Presse wiedererkannt habe. Allerdings ist Fahrradfahren ja nicht verboten. Die Fahrradspäher waren offensichtlich in der Lage, die Demonstranten schnell zu den „Einsatzorten“ zu dirigieren. In der Herrengasse war dann auch kein Duchkommen mehr.

Vor mir sind noch einige mit knapper Not durch die Blockade geschlüpft, danach haben die Blockierer das verhindert, indem sie die Ballbesucher zurückgedrängt haben. Nachdem auch von hinten immer mehr Demonstranten kamen, waren wir in der Herrengasse zwischen Landhausgasse und Leopold-Figl-Gasse bald von beiden Seiten eingekesselt. In der Gruppe neben dem Bus waren wir etwa 30 Personen, darunter viele Damen im Ballkleid. In der gesamten Umgebung werden sicher 100 Ballgäste gewesen sein, genau kann man das natürlich nicht nachvollziehen.

Von der Absperrung bei der Leopold-Figl-Gasse aus wurden wir bald mit Bierdosen, Eiern und anderen Gegenständen beworfen, während in der näheren Umgebung ziemlich laute Knallkörper explodierten. Auch der Bus wurde beworfen. Mitten in unsere Gruppe flog dann ein Sprengsatz, der glücklicherweise nicht detonierte. Die Lunte brannte jedoch und ich sah den Knallkörper auf der Schulter eines Nachbarn landen und dann auf den Boden fallen. Nach der Unruhe, die der Sprengsatz bewirkt hatte, sind wir dann als Gruppe etwas von dem Mob zurückgewichen (soweit das möglich war) und haben einen Schutzkreis um die Damen gebildet. Man sollte auch bedenken, daß von deren Ballkleidern eine höhere Brandgefahr ausgeht, als von einem Smoking.

Zu dem Zeitpunkt waren wir alle komplett ungeschützt und es sind ständig irgendwelche Personen mit Kameras herangekommen, um uns zu filmen oder anzupöbeln. Einer davon hat dann, gerade als H. einer heranfliegenden Bierdose ausgewichen ist, H. von hinten kommend in die Gruppe gestoßen und unmittelbar danach gerufen: „Hören Sie auf, mich zu schlagen!“.  Nachdem niemand auf seine Provokation eingestiegen ist, ist er dann gleich wieder weg gewesen.

Erst dann sind, von der Schottengasse kommend, etwa 50 Polizisten in Demoausrüstung herangelaufen und haben die Lage etwas gesichert. Sie waren jedoch vorerst nicht in der Lage, uns einen Weg in die Hofburg zu ermöglichen.

Erst etwa 10 Minuten nach Eintreffen der Polizei wurden wir über die Landhausgasse und den Minoritenplatz zu der Absperrung in der Schauflergasse geleitet (angeblich hat zuvor eine ebenfalls eingekesselte Nationalratsabgeordnete interveniert). Auf dem Minoritenplatz waren mit Parkbänken Barrikaden aufgerichtet, die Demonstranten waren aber weiterhin in der Herrengasse mit Sitzen beschäftigt, und konnten daher diese Absperrung nicht verstärken. Dennoch wurden wir von versprengten Demonstranten am Weg ständig attackiert.

Als wir dann, in der Hofburg angekommen, Eidotterflecken von der Jacke meiner Freundin geputzt haben, hat gerade ein AH aus Deutschland violetten Lack aus seinem Mantel gewischt. Der Mantel war natürlich zerstört, er hat nur gemeint: „Ich wische das hier weg, damit in der Garderobe nicht auch noch andere Mäntel angesaut werden.“

 

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