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Steirertreffen und 21. Kulturverbandstag des Alpenländischen Kulturverbands „Südmark“ in Graz

Von Norbert Prohaka

Abwehrkämpfergrab in Soboth

Am 6. Juni trafen einander mehrere Dutzend Steirer aus dem Banater Bergland, aus der Untersteiermark sowie Freunde der „Südmark“ zu einer Busfahrt in die Soboth, den Bergrücken im Länderdreieck Steiermark-Kärnten-Slowenien und in die gleichnamige Gemeinde mit dem Gasthof „Deutsches Grenzland“. Dort berichtete der Altbürgermeister über die Abwehrkämpfe im Jahre 1919, über wirtschaftliche Probleme und über die Kinderarmut, die Anlaß zur Schließung der hiesigen vom Deutschen Schulverein Südmark 1926 gebauten und anderen Grenzlandschulen waren. Eine Gedenkminute am Grab der gefallenen Abwehrkämpfer schloß sich an; der Weg führte dann zur einzigartigen romanischen Kirche St. Lorenzen in der Ebene (12. Jahrhundert; mit der Gedenkstätte für die vertriebenen Mahrenberger) und ins Museum nach Eibiswald, wo viel über Dr. Hans Kloepfer (1867-1944) zu sehen war und einige seiner Mundartgedichte rezitiert wurden.

Der nächste Tag versammelte Gäste aus dem Ausland sowie Mitglieder und Freunde der „Südmark“ im Gothensaal zum Kulturverbandstag, bei dem Obmann Univ.-Prof. Reinhold Reimann einen umfassenden Jahresbericht gab und auch der Berichterstatter für den ÖLM-Vorstand Grußworte überbrachte; er wies auf eine Ausstellung im Graz-Museum hin, wo auch die „Südmark“ genannt wird, allerdings in eher abwertender Art, da man ja dort vor 130 Jahren deutschnational (!) dachte und handelte. Die tatsächlichen Umstände dieser Zeit werden aber nicht erwähnt – schon gar nicht wurde dort ein Dankeswort für die vielfachen Leistungen auch dieses Schutzvereins zum Nutzen der Steiermark und ihrer Bewohner ausgesprochen.

Die Bamstock-Musi lockerte mit ihren schwungvollen Weisen den Abend auf. Dann brachte Ing. Norbert Kapeller, Generalsekretär des VLÖ, den Zuhörern in schwungvoller freier Rede die Umstände und Widrigkeiten der Jahre 1944 ff in Erinnerung, mit denen die geflüchteten und vertriebenen Volksdeutschen in Deutschland und Österreich zu kämpfen hatten – ganz anders als es heute ist. Jahrelang mußten Hundertausende die Unsicherheit wegen der Staatsbürgerschaft, der Nichtanerkennung von Besitztümern und Rentenansprüchen, ihrer Ausbildung und Titel sowie eine häufig offene Feindseligkeit der Bevölkerung und der Politik ertragen. (Dr. Karl Renner, 1870 in Untertanowitz/Südmähren geboren: Von Norden her, aus der Tschechoslowakei, sollen laut Bericht der Sicherheitsdirektion allein an die 300.000 deutschsprechende Tschechoslowaken in primitiver Kleidung, ohne Geld, ohne Nahrungsmittel, kurz als Bettler, ins Land gekommen sein. Aus Jugoslawien wurden die deutschsprechenden ehemaligen Bewohner der Gottschee, durchaus jugoslawische Staatsbürger, über die Grenze geworfen. Dem Vernehmen sind auch nach Oberösterreich nicht weniger deutschsprechende Tschechoslowaken eingebrochen. Nach Wien haben sich rund 18.000 eingeschlichen.) Für diese Klarstellungen erhielt der Redner großen Applaus! Anregende Tage gingen damit zu Ende.

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