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Kurznachrichten der Deutschen Weltallianz

Tscholnok Dialekte sind regionale Varietäten einer Standardsprache. Vor allem unter den ehemaligen Volksgruppen im Südosten spielten sie bis 1945 eine wichtige Identitätsrolle in den Familien. Seit 1989 erlebt nicht nur die deutsche Sprache eine Renaissance, sondern auch der gesprochene Dialekt erfährt immer größere Beliebtheit. Das beweist etwa der Schwowische Dischkurs in Tscholnok in Ungarn. Dort beginnen engagierte ungarndeutsche Pädagoginnen, die alten donauschwäbischen Dialekte in den schulischen Deutschunterricht einzubauen. Immerhin, so betont etwa Maria Wolfart als Gymnasiallehrerin, sollen nach dem Lehrplan regionale Fachausdrücke, Alltagsgeschichten und Spruchdichtungen im Dialekt vermittelt werden. In Tscholnok feierte man unlängst das zehnjährige Jubiläum des Mundartkreises.

Käsmark Zu Gast bei der Generalversammlung der Karpatendeutschen war Bernhard Gaida in seiner Funktion als Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Minderheiten (AGDM) in der Föderalistischen Union Europäischer Nationalitäten (FUEN). Gaida sprach in einem Interview über die Probleme seiner deutschen Volksgruppe in Schlesien im heutigen Polen. Seine Worte müssen zu denken geben, wenn er sagt: „Bei uns existiert keine einzige Schule mit Deutsch als Unterrichtssprache, trotz der Größe der Minderheit.“

 

Hermannstadt Kürzlich wurde im Bischofspalais der Evangelischen Kirche in Siebenbürgen der neue Kirchenburgpaß vorgestellt. Damit sollen Besucher die Möglichkeit erhalten, insgesamt 52 Kirchenburgen zu besuchen. Mit dieser kulturpolitischen Initiative soll dieses historische Erbe den Bestand der sächsischen Kirchenburgen sichern helfen. Die Erfolge lassen sich zeigen und stimmen optimistisch: 2016 besuchten mehr als 650.000 Interessierte die Kirchenburgen. Ein Jahr davor waren es 470.000. Immer größer wird der Kreis der Radfahrer, die über eingezeichnete Radtouren die Kirchenburgen leicht erreichen können. 2017 wollen die Initiatoren durch ein verbreitertes, kulturelles Angebot in den Kirchenburgen weitere Besucher locken.

 

Prag Viel Spaß und Deutsch. Unter dieser einfachen, aber umso originelleren Devise gestaltet die deutsche Volksgruppe in Tschechien ihr neues Programm zum Sommercamp 2017. Diesmal geht es nach Sensburg an der Masurischen Seenplatte. Mit zur Organisation gehört Roland Schmidt vom Goethe-Institut in Krakau. Er meint zu dieser Initiative, die sich auf Jugendliche aus Ländern Mittel- und Osteuropas bezieht: „Was ganz wichtig ist: Es ist eine schöne Möglichkeit, deutsch zu sprechen, weil man deutsch sprechen muß. Es wird sicher auch viel Spaß geben mit Musik- und Sportaktivitäten.“

 

Ankara Zuletzt sind vor allem die Ausfälligkeiten des türkischen Präsidenten aufgefallen, der vor allem seine Speerspitzen gegen Angela Merkel richtete und derselben faschistische Manieren vorwarf. Abseits dieser lächerlichen Auftritte hat sich für Ankara ein neues Schlachtfeld aufgetan. Das tschechische Parlament hat nämlich den türkischen Völkermord an der armenischen Bevölkerung im Umfeld des Ersten Weltkriegs anerkannt. In Ankara tobt man indessen über diesen Schritt, den Tschechiens Präsident Milos Zeman noch damit untermauert, daß er die Gewalt der Türken gegen die Armenier als schlimmste Grausamkeit in der modernen Geschichte bezeichnete. Freilich weigert sich andererseits Prag, den eigenen Völkermord an den Sudetendeutschen von 1945 anzuerkennen.

 

München Der Sudetendeutsche Karlspreis 2017 geht an den hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier (CSU). Bouffier selbst entstammt mütterlicherseits der donauschwäbischen Volksgruppe, die nach 1945 fast zur Gänze vom Tito-Regime liquidiert worden war. Bernd Posselt bezeichnet als Sprecher der Sudetendeutschen Landsmannschaft (SL) Bouffier als engagierten Brückenbauer zwischen den Völkern und als Freund der deutschen Heimatvertriebenen. Bouffier hat sich für zahlreiche Partnerschaften zwischen Hessen und der autonomen serbischen Provinz Voivodina verantwortlich gezeigt. Die DWA gratuliert herzlichst zu dieser Auszeichnung.

 

Laibach Im Jahr 1517 veröffentlichte Martin Luther seine 95 Thesen und übersetzte Jahre später die Bibel ins Deutsche. Er hat mit seinem Bibeldeutsch wesentliche Schritte zur Herausbildung einer standardisierten deutschen Hochsprache gesetzt. Luthers Bibelübersetzung blieb in ihrer Wirkung aber nicht nur auf das deutsche Volk beschränkt. Sein Übersetzungswerk regte auch Reformatoren anderer Nationen an, dem Volk das Bibelwort in der eigenen Volkssprache zugänglich zu machen. Zu nennen ist hier etwa der slowenische Reformator Primus Truber.

 

Berlin Die in der deutschen Bundeshauptstadt beheimatete Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung lud unter der Leitung von Gundula Bavendamm zu einem Zeitzeugengespräch ein. Diesmal stand die Tragödie der Donauschwaben im Zentrum, deren Schicksal sehr lange verschwiegen wurde. Als Zeitzeugen fungierten Erzbischof em. Dr. Robert Zollitsch aus Freiburg (* 1938 in Filipowa, damals Jugoslawien, heute Serbien), sowie Nikola Mak aus dem kroatischen Osijek (* 1937 in Essegg, damals Jugoslawien, heute Kroatien). Beide erlebten als Kinder den Krieg, die Vertreibung, das Lager und sind bis heute, wie es die Veranstalter erklärten, durch ihr Engagement Brückenbauer für Versöhnung und gemeinsames Gedenken.

 

Schlesien Im Stadtrat von Oppeln sitzt jetzt auch eine Fraktion der deutschen Volksgruppe. Ihr Vorsitzender Marcin Gambiec will künftig der Stadtverwaltung besser auf die Finger schauen. Das gilt vor allem bei der Umsetzung von Minderheitenrechten, um die deutsche Identität und das deutsche Kulturerbe in der Stadt zu erhalten. Zuletzt wurde durch Eingemeindungen das Kräfteverhältnis der Bevölkerung zu Ungunsten der deutschen Volksgruppe in Oppeln verschoben. Die Deutschen in Oppeln haben daraufhin eine Petition an das EU-Parlament verschickt, in der sie unter Protest von einer Verletzung von Minderheitenrechten sprechen.

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