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Kurznachrichten der Deutschen Weltallianz

Kronstadt Vor nunmehr 25 Jahren wurde in Siebenbürgen die Saxonia-Stiftung gegründet. Ihre Aufgabe besteht seither in der Verwaltung von humanitären Hilfsprojekten, die nach der Wendezeit vor allem der deutschen Volksgruppe zugeteilt wurden. 2007 gliederte sich aus der Saxonia die Saxonia-Transilvania-Stiftung als eigenständige Stiftung aus. Sie organisiert Wirtschaftshilfsprogramme für Kleinbetriebe. Bei der 25 Jahre-Feier war auch ein Vertreter der Deutschen Botschaft aus Bukarest gekommen. Er stellte das neueste Projekt der Saxonia vor: die Förderung von Lehrkräften im deutschen Schulwesen in Rumänien aus Mitteln der deutschen Bundesregierung.

Schmöllnitz Es ist allgemein bekannt, daß die Karpatendeutschen in der heutigen Slowakei zu den ältesten deutschen Volksgruppen in Ostmittel- und Südosteuropa gehören. Eine jüngst vorgestellte Dissertation belegt, daß etwa das älteste Stadtbuch der ehemaligen deutschen Bergbaustadt Schmöllnitz bis ins Jahr 1410 zurückreicht. Darin wird der Handel mit Edelmetallen ebenso beschrieben wie alte zentraleuropäische Handelsrouten, die damals schon bis nach Italien oder Belgien führten.

 

Berlin Deutschlands bekannte evangelische Theologin Margot Käßmann hat zur AfD-Forderung, die demographische Entwicklung nicht durch Einwanderung, sondern durch eigene Kinder zu korrigieren, beim evangelischen Kirchentag 2017 wie folgt kommentiert: Keine Frage mehr, jetzt ist es klar: Frauen sollen Kinder bekommen, wenn sie biodeutsch sind. Das ist eine neue rechte Definition von einheimisch gemäß dem sogenannten kleinen Arierparagraphen der Nationalsozialisten: zwei deutsche Eltern, vier deutsche Großeltern. Ob Frau Käßmann vor ihrem Auftritt wieder einmal zu tief ins Glas geguckt hat?

 

Wien In Österreichs Bundeshauptstadt sorgt ein Interview einer Lehrerin für Schlagzeilen. Sie kritisiert, daß es zu viele Kinder mit Migrationshintergrund in den Klassen gebe und daß zu viele einfach dem Unterricht fernblieben. Das liegt wohl daran, daß viele kaum über deutsche Sprachkenntnisse verfügen. Die Pädagogin schlägt vor, das Kindergeld für jene Familien zu kürzen, die ihre Kinder nicht regelmäßig in die Schule schicken. Man darf auf die Reaktion der Politiker und Politikerinnen gespannt sein, deren Kinder zumeist in Privatschulen untergebracht sind, wo die Vornamen der Kinder noch z.B. Katharina, Anna, Johannes oder Bernhard lauten.

 

Kopenhagen Können Dänen sich in die deutsche Kultur verlieben? Zu dieser Frage fand in Dänemark eine interessante Diskussion statt. Im Vordergrund stand dabei das Potential der deutschen Kultur als kultureller Brückenbauer beider Staaten. Dänische Deutschlandexperten wollten wissen, wie sich der Ausbau kultureller Aktivitäten positiv auf die politischen und wirtschaftlichen Beziehungen auswirken könne.

 

Schlesien  Als vor 25 Jahren am Sankt Annaberg eine deutsche Messe gelesen wurde, sprach man von einer Sensation. Heute sieht die Lage für die deutschen Messen in Schlesien wenig erfreulich aus. Es sind nach Meinung der Pfarren zu wenige Menschen, die den deutschsprachigen Messen beiwohnen. Und diejenigen, die kommen, sind ältere Menschen. Die Jungen haben entweder kein Interesse, oder viele sind nach Deutschland abgewandert. Mancherorts denkt  man schon darüber nach, die  Messen in deutscher Sprache einzustellen. Der Seelsorger Marcin Wrobs vom Theologischen Institut der Universität Oppeln meint dagegen aber ganz richtig: Wenn es Menschen gibt, die sich als nationale Minderheit fühlen, dann ist die Kirche auch dabei und will auch mithelfen.

 

Moskau Was in westeuropäischen Ländern undenkbar ist, gehört in Rußland zur schulischen Ausbildung, nämlich die Erziehung zum Patriotismus. Der Staat möchte die Jugend an die Werte der russischen Kultur heranführen und sie in Bereichen wie Moralerziehung fördern. Die Jugend soll zu einer positiven, patriotischen Haltung erzogen werden. In den Unterrichtsstunden behandelt man vor allem die für Rußland bedeutendsten historischen Ereignisse und Persönlichkeiten. Man stelle sich einmal vor, man würde in öffentlichen Schulen deutscher Großstädte einen patriotischen Unterricht anbieten. Zu welchen Patrioten würde man sie dort mangels deutscher Sprachkenntnisse und bei einem Ausländeranteil von über 90 Prozent erziehen müssen?

 

Bern  Der Völkerrechtsexperte Alfred de Zayas feiert seinen 70. Geburtstag. Die DWA gratuliert dazu recht herzlich, zumal de Zayas aktives Mitglied im DWA-Direktorium ist. Er war einer der ersten prominenten Wissenschaftler, der die gewaltsame Vertreibung der Sudetendeutschen in einer Zeit aufgearbeitet hat, als man an deutschen und österreichischen Lehrstühlen darüber eher schwieg, um seiner eigenen Karriere nicht im Weg zu sein. De Zayas hat sich in seiner Expertise nie ein Blatt vor den Mund genommen und die Vertreibungsverbrechen an den deutschen Volksgruppen in Ostmittel- und Südosteuropa völkerrechtlich klar verurteilt und analysiert. In seinen 50 Thesen zur Vertreibung hat de Zayas seine Erkenntnisse zusammengefaßt. Die DWA wünscht dem Jubilar noch viel Erfolg, Gesundheit und die Kraft für die historische Wahrheit.

 

Kirgisistan Der internationale Joseph-von-Eichendorff-Liederwettbewerb findet 2017 unter dem Motto Schläft ein Lied in allen Dingen im fernen Kirgisistan statt. Die Schirmherrschaft hat Hartmut Koschyk MdB, Beauftragter der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten und Vorsitzender des Stiftungsrats der Stiftung Verbundenheit mit den Deutschen im Ausland. Bis zum 30.9.2017 können sich junge Menschen zwischen 16 und 30 Jahren mit Lebensmittelpunkt im Ausland an diesem Wettbewerb beteiligen. Der Liederwettbewerb möchte zur Auseinandersetzung mit der deutschen Sprache und der deutschen Kultur anregen. Die Veranstalter rufen auf, ein Lied zu verfassen und darin Gedanken zu Deutschland, zur deutschen Sprache und zur deutschen Kultur zu verarbeiten.

 

Brünn Bis Mitte Juni 2017 wurde in Brünn die Sonderausstellung Mehr als Luther. Reformation im östlichen Europa zum Reformationsjahr 2017 gezeigt. Die Organisatoren wollten verdeutlichen, daß sich Luthers Lehre nicht nur auf den deutschen Raum bezogen hat, sondern sich europaweit verbreiten konnte. Im Mittelpunkt dieser interessanten Ausstellung standen Themen wie Evangelische Strömungen in Böhmen im 16. Jahrhundert, Jan Hus und Martin Luther, Die Böhmischen Brüder und Lutherische Zentren in Böhmen sowie Religiöse Vielfalt in Mähren.

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