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Feuerrede von Mag. (FH) Alexander Pawkowicz anläßlich der Sonnwendfeier 2017

Sehr geehrte Festgäste!
Sehr geehrte Kameradinnen und Kameraden!

Was wir hier und heute tun, ist gelebte Tradition.

Wenn wir heute vor dem Feuer stehen, am längsten Tag des Jahres und die Sommersonnenwende begehen, dann tun wir letztlich nichts anderes, als eine Jahrhunderte alte, ja sogar Jahrtausendalte Tradition zu leben.
Natürlich bietet gerade dieses alte Fest viel Spielraum um alles Mögliche hinein zu interpretieren. Aber letztlich bleibt es, was es ist: gelebte Tradition.

Warum sage ich das so deutlich?

Nun: Gerade wir, als Mitglieder und Freunde von volkstreuen Verbänden und Vereinigungen – sei es die Österreichische Landsmannschaft, seien es die zahlreichen Mitgliedsbünde des Wiener Korporationsringes; ÖPR-Bünde habe ich heute schon gesehen, und auch Mitglieder anderer traditionsverbundener Vereinigungen; auch vom Österreichischen Turnerbund habe ich heute einige erkannt, um nur einige Beispiele zu nennen – gerade wir, als Mitglieder und Freunde von volkstreuen Verbänden und Vereinigungen, sind es doch, die nicht nur unbeirrt ihre Freundschaften leben, ihre Kameradschaften pflegen, sondern vor allem mit großem Selbstverständnis die einzigartigen Bräuche und Traditionen unseres Volkes weitertragen, ohne aber dabei irgendwelche Gedanken daran zu verschwenden, ob das nun „opportun“ sei, ob es gerade „in“ sei, ob es gerade „politisch korrekt“ sei.

Ich meine, wir lassen uns von dieser Außensicht der Anderen nicht beeinflussen. Denn letztlich bleibt unsere Feier was sie ist: eine mit großem Selbstverständnis gelebte Tradition!

Ich darf Ihnen zur Verdeutlichung vielleicht ein Beispiel aus meiner eigenen Familie erzählen. Und ich bin mir sicher, vielen von Ihnen wird es genauso gehen:

Seit dem ich mich erinnern kann – und da sind nun auch schon einige Jährchen zusammen gekommen – seitdem ich mich erinnern kann, komme ich zu dieser Sonnwendfeier.

Nun: „Diese“ Sonnwendfeier war nicht immer hier. Die Älteren unter Ihnen werden sich erinnern: viele Feiern waren am Schafberg, später am Satzberg im 14. Bezirk. Dann waren wir auf der Kleinen Heide in Perchtoldsdorf, manches Mal am Cobenzl, und heuer wieder einmal bei der Windischhütte.

Die Teilnehmer sind eigentlich auch seit Jahrzehnten unverändert: Viele Verbände, viele Korporierte und dazu natürlich auch regelmäßig ein ganzer „Schippel“ an Beamten, die freundlicherweise alle Nummernschilder aufschreiben – vermutlich, damit kein Fahrzeug verschwindet.

Das war auch schon immer so. Neu ist seit geraumer Zeit, dass auch immer wieder andere „unauffällige“ Begleiter, die aber üblicherweise so rein gar nichts mit unseren Traditionen am Hut haben, hier dabei sind. Da wird mit dem Handy mitgefilmt, und nur darauf gewartet, dass es vielleicht doch nicht nur um gelebte Tradition geht. Und heute Abend ist auch die akademische Welt prominent vertreten mit einem Mitglied des zeitgeschichtlichen Institutes der Universität Wien. Und weil ich ja nicht genau weiß, wer genau Ihre Zielgruppe für Ihre Berichterstattung ist, rufe ich Ihnen ein „Guten Abend und Grüß Gott in aller Freundschaft“ zu. Dann ist von jeder Ideologie was dabei. Aber ich muss Sie schon jetzt enttäuschen: es wird leider auch heute wieder nichts mit Skandalen.

Es ist eben eine gelebte, und selbstverständlich ausgelebte Tradition, die sich auch nicht vertreiben lässt

Lassen Sie mich aber nun bitte auch einen ernsten Gedanken aufwerfen. Wenn ich vorher so oft von gelebter Tradition geredet habe, dann nicht einfach nur aus Freude vor diesem Fest.

Europa verändert sich. Die Islamisierung greift um sich. Auch eine gewaltige Radikalisierung ist spürbar, bis hin zur aktuellen Terrorbedrohung.

Erstaunlich ist für mich, dass gerade diejenigen, die den Europa-Gedanken und womöglich sogar das Ziel eines Europäischen Einheitsstaates vor Augen haben, gar nicht bemerken, dass sie den Bogen überspannt haben und mittlerweile in manchen Bereichen das Gegenteil dessen bewirken, was sie eigentlich erzielen wollen.

Wer redet denn dauernd von „offenen Grenzen“, wenn nicht die großen Befürworter der Europäische Union. Und dann schauen wir uns andererseits die stundenlangen Grenzkontrollen erst vor wenigen Tagen zu den Pfingstferien an Österreichs Grenzen an. „Wir“ haben das nicht veranlasst!

Wer redet von friedlichem Miteinander in Europa, wenn gleichzeitig am heurigen Christkindlmarkt Polizisten mit kugelsicheren Westen und Sturmgewehren herumgestanden sind – am Fest des Friedens. „Wir“ haben das nicht verursacht!

Wer redet von einer liberalen Welt in Europa, wenn gleichzeitig das Bundesheer um mehrere Tausend Mann aufgestockt wird, wenn die Polizei in Österreich plötzlich eine „Sicherheitsmilliarde“ erhält, wenn beispielsweise die Österreichischen Bundesbahnen plötzlich mehr als 500 Sicherheitsleute anstellen müssen, um die Sicherheit in der Bahn noch zu gewährleisten. Vor drei Jahren war das noch nicht nötig.
„Wir“ haben das nicht verursacht!

Wer redet von Gewaltentrennung und Demokratie in Europa?
In Frankreich gilt seit mehr als einem Jahr der Ausnahmezustand; die Justiz ist in manchen Bereichen ausgeschaltet. Hausdurchsuchungen finden statt ohne richterlichen Befehl. Menschen werden festgenommen, ja in Haft genommen ohne richterliche Anordnung und ohne gerichtliche Einspruchsmöglichkeit. Und das in der selbsternannten Musterdemokratie Europas. Sozusagen in der modernen Wiege des demokratischen Europas.
„Wir“ haben das nicht zu verantworten.

Dieses Europa verändert sich. Ja. Aber eigenartiger Weise scheint sich niemand dafür zu interessieren, dass viele Veränderungen, die derzeit stattfinden genau von jenen verursacht wurden, die eigentlich genau das Gegenteil dessen ständig predigen; Veränderungen, die das Gegenteil dessen sind, was in den Augen der Europa-Befürworter eigentlich in diesem Europa geschaffen werden sollte.
Ich meine, wer nicht in der Lage ist über den Tellerrand der eigenen Ideologie zu blicken, der darf sich nicht wundern, wenn ihm der intellektuelle Weitblick für die tatsächlichen Änderungen und Anforderungen unserer Zeit fehlt.

Gleichzeitig aber wandelt sich der Heimatbegriff. Wer erinnert sich nicht an den letzten Bundespräsidentenwahlkampf, wo ausgerechnet der Kandidat jener Richtung, für die das nie ein Thema war, plötzlich den Heimatbegriff für sich entdeckt hat. Und alle haben gejubelt:

Endlich sei der Heimatbegriff nicht mehr „rechts“ besetzt. Na wer hat denn die anderen daran gehindert, sich schon früher für die Heimat einzusetzen. Wir nicht.

Oder die Fußball-Weltmeisterschaft vor einigen Jahren in Deutschland. Da haben sich dann die deutschen Medien im Lob überschlagen, dass man dort endlich wieder die Schwarz-Rot-Goldene Fahne schwenken dürfte, ohne gleich ins rechte Eck gestellt zu werden. Ja wer hat die denn daran gehindert, schon früher ihre Fahnen zu schwenken. Wir nicht.

Oder sehen wir uns die vielen Wiesenfeste an – die „Wiener Wiesn“ etwa -, oder die zahlreichen Sonnwendfeiern, die mittlerweile stattfinden. Wer hat denn verhindert, dass es das nicht schon früher gab. Wir nicht.

„Heimat“ ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen.

Viele tragen heute sogar in Wien Tracht. Es gilt aktuell als modern. Vielfach kommerzialisiert, aber immerhin: Es ist ein Schritt in die richtige Richtung.
„Heimat“ ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Die Erfolge von Rechtsparteien zeigen es.

Und ich meine, der Wandel des Heimatbegriffes hängt auch mit den Entwicklungen rundherum zusammen. Nehmen wir etwa Volkschulen in Wien: In öffentlichen Wiener Volksschulen beträgt der Anteil von Schülern mit anderer Umgangssprache als Deutsch 61,7%, sogar mehr als 70% sind es in den Wiener Hauptschulen.

Von drei Volksschülern hat also fast jeder Zweite nicht mehr Deutsch als Umgangssprache – (wohlgemerkt: Umgangssprache, nicht Muttersprache!)

Das sind nicht meine Zahlen: Das ist die offizielle Statistik der Statistik Austria „für Schülerinnen und Schüler mit nicht-deutscher Umgangssprache im Schuljahr 2015/16“. Das aktuelle Jahr, das dann bereits die Masse der Zuwanderer von Ende 2015 inkludiert, ist hier noch gar nicht berücksichtigt.

Und noch eine Zahl der Statistik Austria, und dann lasse ich Sie schon wieder in Ruhe mit solchen Zahlen: Wieder laut Statistik Austria: Die „Bevölkerung mit Migrationshintergrund im Jahresdurchschnitt 2016“ beträgt in Wien 42,8%. Drei Viertel davon sind Zuwanderer der ersten Generation, also Menschen, die nicht in Wien geboren wurden. In Zahlen heißt das, von mehr als 1,8 Millionen Einwohnern sind rund 600.000 Personen Zuwanderer der ersten Generation. Das ist jeder Dritte.

In 20 Jahren wird die Gesellschaft verändert sein, selbst bei einem sofortigen Zuwanderungs-Stopp. Die 61% Volksschüler sind repräsentativ für Wien und seine Entwicklung.

Ich habe ganz bewusst die offiziellen Zahlen aus den Volksschulen genommen. Denn in die Volksschule muss jeder. Nur dort erreichen Sie in der Statistik den gesamten Durchschnitt aller Menschen einer Altersgruppe.

Nur: diese Volksschüler werden erwachsen. Diese Volksschüler von heute sind die jungen Erwachsenen von morgen.
Aber was bedeutet das für uns?

Wenn meine Kinder sich in den nächsten Jahren nach Partnern umschauen, werden zwei von drei Gleichaltrigen nicht mehr Deutsch als Umgangssprache haben. Das ist die Konsequenz dieser Statistik. Das ist unausweichlich, selbst wenn man jetzt und heute jeden weiteren Zuzug stoppte.

Und hier setzt nun wieder mein Ansatz mit der gelebten Tradition an: Ich habe in den letzten Monaten viele Gespräche mit Bundesbrüdern, mit Freunden und Kollegen gehabt:

Wie gehen wir mit dieser gesellschaftlichen Entwicklung in Wien um?
Wie kann man als besorgter Elternteil in Wien damit umgehen?

Ich meine, wir können unseren Kindern zumindest sogenannte „Traditions-Inseln“ bieten: Ein soziales Umfeld für unsere Kinder, in dem wir uns gut vernetzen. So etwas, wie diese Gemeinschaft hier vor dem Sonnwendfeuer.
Die Zeiten an denen auch wir und die vielen Teilgruppierungen unserer heimattreuen Verbände sich in Details der inhaltlichen Auslegung versponnen haben, sind vorbei. Wenn wir Zukunft geben wollen, müssen wir jetzt an einem Strang ziehen.
Wenn wir die Zukunft unseres Volkes sichern wollen, müssen wir jetzt als Einheit auftreten.
Und die Zeit dafür ist reif! Ich sage das mit Optimismus.

Und komme damit auch gleichzeitig zum letzten Teil meiner Feuerrede:
Ich habe am Anfang meiner Rede gesagt:
Was wir hier tun, ist gelebte Tradition. Und ich bin davon überzeugt: Tradition gibt Sicherheit! Tradition bietet Gemeinschaft! Das bewusste und selbstverständliche Ausleben unserer Tradition ist unsere Aufgabe für die Zukunft unserer Kinder!

Wir sind damit in bester Gesellschaft!
Tradition wird wieder „in“: Nehmen wir die Schlager-Sänger: Der Musikantenstadl ist eingestellt worden und stattdessen sind die Schlager-Stars von gestern die Hitparaden-Stürmer von heute. Eine bekannte deutsche Schlagersängerin füllt heute „atemlos“ ganze Fußballstadien im gesamten deutschen Sprachraum. Ein steirischer sogenannter Volks-Rock-Sänger mit französischem Namen „singt a Lied für mi“ und wirbelt dabei die heimische Hitparade durcheinander. Ich habe übrigens in der Biographie von Andreas Gabalier, der Sänger um den es hier geht, einen interessanten Eintrag gefunden: Der französische Familienname Gabalier stammt von einem Soldaten, der 1796 im Verlauf des Italienfeldzugs von Napoleon Bonaparte nach Österreich geriet und dort blieb.

Ich finde, er ist damit – Achtung Ironie – ein wunderbares Beispiel gelebter Integration – das bringt in dieser Akzeptanz nicht einmal die Familie Pawkowicz zusammen.

Tradition wird wieder „in“: Ein anderes Beispiel, das noch vor Jahren völlig undenkbar gewesen wäre: Was sind wir nicht gescholten worden, für die Abhaltung unserer angeblich „ewig gestrigen“ Sonnwendfeiern. Nun, ich darf Ihnen eine Einladung vorlesen, die ich ebenfalls für den heutigen Tag erhalten habe:

„Sehr geehrter Herr Abgeordneter! Wir laden Sie herzlich zum Sonnwendfeuer Am Himmel am Mittwoch, 21. Juni von 18.00 bis 22.00 Uhr ein!
Zu Beginn der Dämmerung um ca. 20.30 Uhr entzünden wir für Sie zwei große Feuerschalen auf der Wiese zwischen Lebensbaumkreis und Oktogon Am Himmel. Genießen Sie gemeinsam mit uns den einzigartigen Ausblick auf die Stadt bei einem kühlen Getränk oder spazieren Sie zum Lebensbaumkreis, wo wir für Sie im Klangraum Mozarts Hornkonzerte einspielen!“

Na immerhin. Das ist jetzt noch nicht ganz das, was wir uns darunter vorstellen, aber die Richtung stimmt. Die Sehnsucht der Menschen nach einem Anker, der ihnen Halt gibt im Leben ist da. Und sie war schon lange nicht mehr so groß wie dieser Tage. Tradition und ein starkes Heimatgefühl kann dieser Anker sein. Weil unruhige Zeiten eben auch das Bedürfnis nach Sicherheit und einer Geborgenheit in einer Gemeinschaft auch wieder stärker wird.
Das ist unsere Chance!

Leben wir also diese Tradition! Nach einem geflügelten Wort: Nicht, indem wir die Asche anbeten, aber indem wir das Feuer und die Liebe zu unserer Heimat, und die Leidenschaft für unser Volk vorantragen.
Indem wir unsere Traditionen bewusst und in aller Öffentlichkeit leben – so wie diese Sonnwendfeier.

Indem wir mit gutem Beispiel vorangehen. Mit Selbstverständnis, aber auch mit Stolz!

Wir sind die tragende Säule unseres Volkes! Auch wenn sich dessen viele nicht bewusst sind. Vergessen wir das nicht! Wir können jetzt wieder das Rückrat sein für unser Volk.
Ja, noch mehr als das: Ich sage: Wir sind das Volk!

Flamme empor!

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