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Edith Guip-Cobilansky – Die poetische Stimme des Banater Berglands

Am 12. Juli 1937 erblickte die Autorin in Ferdinandsberg (Otelu-Ruso) als Tochter des Michael Guip und seiner Frau Franziska (geb. Wurm) das Licht der Welt. Als der Zweite Weltkrieg auch Rumänien erreichte, übersiedelte die Familie nach Temeschwar, obwohl die Mutter, eine Wiener Neustädterin, gerne wieder nach Österreich zurückgekehrt wäre. Als treuer Siebenbürger unterband der Vater dies. Die junge Edith besuchte mehrere Schulen und ab 1955 die Handelsschule für Mädchen in der Banater Hauptstadt. In den Jahren 1956 – 1961 studierte sie Germanistik an der Universität Temeschwar.

Ihre Laufbahn als Deutschlehrerin begann sie in der schwäbischen Gemeinde Darowa, es folgten die Reschitzer Einser Schule in Mercydorf und – nach einem zweijährigen Intermezzo als Rayonsinspektorin – die Dreier Schule der Temeschwarer Fabrikstadt. Dieser widmete sie 29 Jahre lang ihr ganze Kraft und wandelte 1989 die Schule in das „William Shakespeare“-Lyzeum um.

Sie heiratete und ließ sich nach sechs Jahren wieder scheiden. Den Namen Cobilansky behält Edith Guip aber. Sie selbst schrieb über diese Zeit: „Diese mißlungene Ehe schenkte mir aber das Alfa und Omega meines Lebens: meinen Sohn Viktor Emanuel Cobilansky.“

Ihre pädagogischen Vorträge und Beiträge werden geschätzt und verhelfen ihr zur Bekanntkeit. So beginnt Edith 1978 für die Schulseite des „Neuen Wegs“ zu schreiben, und 1987 erscheint ein erster Beitrag von ihr im „Kulturspiegel des Banats“.

Werke von ihr erscheinen in „Rot-Weiß-Rot“ (Zeitschrift für Auslandsösterreicher) und „Lot und Waage“ (Mitteilungen des AKV Südmark). In dieser Zeit lehnt der österreichische Styria-Verlag ihren Roman „Schulmeisterin im Osten“ ab, da dieser „zu ich bezogen und intolerant“ sei. Sie schreibt für den „Stafette“ Literaturkreis in Temeschwar und nimmt regelmäßig an den Deutschen Literaturtagen in Reschitz teil.

Edith Guip-Cobilansky schreibt Gedichte, Kurzgeschichten, Humoresken und Reportagen, die ihren Weg bis in die „Allgemeine Deutsche Zeitung für Rumänien“, die „Banater Zeitung“ und ins „Echo der Vortragsreihe“ finden.

Themen ihrer Werke sind das Banater Bergland mit dem Bistra-Tal und der deutsch-böhmischen Siedlung am Semenik. Auch die große Liebe zu ihrem Sohn, der ausgewandert ist, findet Eingang in Guips Werke.

Edith Guip-Cobilansky: „Ein einziger Schrei durchzieht mein Werk: Banat bleibt Banat! Gleichzeitig auch Wolfsberg mit seinen Felsen, Kuckern, Schatten der einstigen Heiducken, den nie gefundenen Türkenschätzen, den schweißtriefenden Bäuerinnen in der Mahd am Berghang. Alles bleibt meine letzte seelische Zuflucht in diesen trüben Zeiten. Könnte ich einen Kranz aus Kornähren, Mohn, Margareten und Enzian diesem Landstreifen auf die Stirne setzen, ich würde diese Blumen auch bei Hochschnee pflücken.“  Thomas Hüttner

Banat

Deiner Felder reiche Weiten,

deiner Ernten Brotgeruch

schufen dir in alten Zeiten

deinen wahren, hehren Ruf.

Land, im Dreieck der Geschichte,

es genügen nicht die Seiten

eines Lehrbuchs, das zunichte

macht des Sumpfes Fieberstreiten.

Es genügen nicht die Lieder,

die man einem Volke singt

und die Sage dann und wieder

heut noch über Grenzen dringt.

Land, Banat, der Arbeitsplage,

glaube du an Gottes Macht,

der das Wunder unserer Tage

hier in deinem Herz vollbracht.

An des Neujahrs breiter Schwelle

Lös die alten, grauen Bande

Sei der Menschen Hoffungsquelle

Bleib die Stirne dieser Lande!

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