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Die Macht der Erinnerung

von Erika Steinbach

Verlag Universitas, Wien 2010, 250 Seiten, € 22,-

Erika Steinbach, Präsidentin des Bundes der Vertriebenen (BdV), hat ein Buch vorgelegt. Es ist keine wissenschaftliche Abhandlung zur Vertreibung der Deutschen aus dem europäischen Osten, aus Ostmitteleuropa oder aus den südosteuropäischen Staaten, sondern es handelt sich um eine Zusammenstellung persönlicher Erinnerungen und politischer Standpunkte.

In neun Kapiteln leistet Erika Steinbach Erinnerungsarbeit und stellt aus der Perspektive einer Politikerin das Schicksal der Heimatvertriebenen nach dem Zweiten Weltkrieg vor. Sie tut das im Kontext ihrer Erfahrungen und Projekte. Im Mittelpunkt steht hierbei die Kontroverse um Steinbachs Zentrum gegen Vertreibungen, für das sich die BdV-Präsidentin als Initiatorin seit Jahren einsetzt. Im Buch werden die bisherigen Stationen zu diesem Projekt vorgestellt, das vor allem in Polen mit politischer Häme überhäuft wird. Steinbachs Buch ist an dieser Stelle weniger ein dokumentarisches Werk, als vielmehr ein kritischer Beitrag zum Umgang mit dem Thema Vertreibung.

Dazu enthält der zweite Teil eine Zusammenstellung von Reden Steinbachs und weiteren wichtigen Dokumentationen wie etwa die Charta der Heimatvertriebenen. Im Anhang befindet sich zudem eine Auflistung mit statistischen Angaben zu den ehemaligen Heimatgebieten der Vertriebenen einschließlich der jüngsten Volkszählungen mit aktuellen Angaben zu den deutschen Volksgruppen. Die mußten sich vielfach erst in der Ära nach der Wende von 1989/90 neu konstituieren.

Das Buch wendet sich an eine breite Leserschaft, die entweder das Schicksal der Vertreibung aus persönlicher Erfahrung erleben mußte oder Interesse daran hat, das Wissen um die tragischen Ereignisse von 1945 an die nachgeborenen Generationen weiterzugeben. Steinbachs Buch ist spannend geschrieben, flüssig zu lesen und wird bis zum Ende hin von einer Intention getragen, die Steinbach in ihrem Buch wie folgt beschreibt: „Wer nicht fähig ist, seine eigenen Toten zu betrauern, kann nicht ehrlich am Leid anderer teilnehmen.“ Peter Wassertheurer Bestellung

 

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