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Die Frankfurter Schule

von Bernd Lindinger

Eine Utopie zerstört die Realität

Eckartschrift 202, Wien 2011, 112 Seiten, viele Abb., € 8,20

Gesellschaftssysteme, die nicht aus der Überlieferung des Volkslebens erwachsen, kommen in der Regel schon in ihrer Entstehungszeit mit den gesellschaftlichen Gegebenheiten wegen ihrer wirklichkeitsfremden Theorien in Konflikt. Sie alle entwerfen utopische Bilder einer alle Menschen glücklich machenden Zukunft, die vordergründig als das wahre Paradies auf Erden erscheinen mag. Doch die einzige wesentliche Voraussetzung zur Erreichung dieses paradiesischen Zustandes ist eine notwendige Veränderung des Menschen: Mit pädagogischen Mitteln und auch durch Zwang muß den Menschen der politisch korrekte Umgang untereinander und mit ihrem politisch-sozialen Umfeld beigebracht werden. Der Einzelne gestaltet dann sein Leben nicht mehr im Rahmen seiner engeren Umwelt und Nachbarschaft, sondern unter obrigkeitlicher Aufsicht nach kollektiven Vorgaben.


Dieser wirklichkeitsfremde Traum ist Inhalt aller Utopien seit Thomas Morus, Tommaso Campanella, Jean Jacques Rousseau, Karl Marx und der Frankfurter Schule bis heute; nahezu alle Elemente eines utopischen Kollektivglückes sind in deren Entwürfen zu finden. In den bewegten, starken Jahrhunderten der europäischen Hochkultur fanden utopische Menschheitsentwürfe noch keinen Widerhall, erst mit der Aufklärung werden diese zum philosophischen Vehikel des Mündigwerdens der sozialen Unterschichten.
Seit Karl Marx und Friedrich Engels diese Utopien ihrer kommunistischen Heilslehre einfügten, sind sie zum Credo der sozialistischen Ideologie geworden. Nach dem Scheitern der kommunistischen Revolutionen in West- und Mitteleuropa nach dem Ersten Weltkrieg gelingt es dem 1923 in Frankfurt/M gegründeten „Institut für Sozialforschung“, die Utopien in Verbindung mit der Freudschen Psychoanalyse als „Kritische Theorie“ des Neomarxismus neu zu definieren.
Diese „Kritische Theorie“ ist das ideologische Werkzeug der 1968er-Revolution. Im späteren Marsch durch die Institutionen, verbunden mit ökologischen Forderungen, Feminismus, Political-Correctness, Gender-Mainstreaming und einer linken Pädagogik, erreicht der Neomarxismus die Deutungshoheit für jegliche politische, gesellschaftliche und wissenschaftliche Bestrebungen und wirkt damit bis in unsere unmittelbare Jetztzeit hinein.
Diese Schrift soll die Zusammenhänge der gegenwärtigen sozialistischen Moderne mit den historischen Utopien verständlich machen.   Bestellung

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Info:
Die Frankfurter Schule ist Beitrag Nr. 644
Autor:
huettner am 20. Mai 2011 um 06:42
Category:
Gelesen
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