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Deutsche Kulturtage in Schäßburg

Die lutherische Reformation im Raum Schäßburg

Von Thomas Hüttner

Von 9. bis 11. Juni stand die Schäßburger Altstadt wieder im Zeichen der deutschen Kulturtage. Eine Veranstaltungsreihe, die seit vielen Jahren einen der intellektuellen Höhepunkte im deutschen Raum darstellt.

Bei herrlichem Sonnenschein wurden am Freitagnachmittag vom Vorsitzenden des Demokratischen Forums der Deutschen in Schäßburg, Stefan Gorczyca, und von Dr. Karl Scheerer von den Stufen des Venezianischen Hauses aus die Deutschen Kulturtage eröffnet.

Unter den Ehrengästen konnten der Bürgermeister der Stadt, Ovidiu Mălăncrăvean, Dr. Paul-Jürgen Porr vom Landesforum und Martin Bottesch vom Siebenbürgenforum, die deutsche Konsulin Judith Urban, die im Herbst nach Berlin wechseln wird, und der österreichische Honorarkonsul Andreas Huber, ein Landler, sowie der Autor als Vertreter der ÖLM begrüßt werden.

Die Schäßburger Burgspatzen unter Leitung von Martha Szombati und Waltraud Schuster sowie die Klasse von Karola Fröhlich boten ein kleines Programm aus Liedern und Tänzen und erfreuten damit nicht nur die Gäste der Kulturtage, sondern auch die vielen Touristen.

Anschließend ging es in den Sandersaal in der Nähe des Sundturms, wo die Ehrengäste ihre Grußworte übermittelten. Bevor der erste Vortrag begann, nahm der Moderator der Kulturtage, Dr. Karl Scheerer, noch Bürgermeister Mălăncrăvean das Versprechen ab, im nächsten Jahr seine Rede in deutsch zu halten (er spricht nämlich ausgezeichnet deutsch).

Der erste Vortrag wurde von Thomas Şindilariu, Leiter des Archivs der Kronstädter Honterus-Gemeinde, mit den Worten „Das Siebenbürger Sachsenvolk wäre nicht deutsch geblieben, wäre es nicht reformatorisch geworden“ eröffnet. Die Kulturtage wurden von der Ausstellung „Reformation im östlichen Europa – Siebenbürgen“, die im Sandersaal aufgebaut war, begleitet.

Der zweite Punkt war „Schüler reden über Luther“. Die Beiträge der Schüler der elften Klasse der Bergschule waren auf einem ausgesprochen hohen Niveau, daß der fast zur Gänze gefüllte Saal nicht aus dem Staunen kam. Die deutsche Konsulin Judith Urban konnte viele Sprachdiplome an die Schüler überreichen.

Vorsitzender Stefan Gorczyca und Pfarrer Bruno Fröhlich bedankten sich bei Konsulin Judith Urban für die gute und herzliche Zusammenarbeit

Samstag Nachmittag machte Professor Hermann Pitters mit „Die Reformation in Schäßburg und Umgebung“ die Eröffnung. Nach einem musikalischen Intermezzo mit dem jungen Talent Eduard Suclu an der Orgel, hielt Stadtpfarrer Bruno Fröhlich seinen Vortrag „Reformation und Ökumene, ein zeitgemäßer Blick auf das reformatorische Erbe?“.

Den Abschluß machte die ausgezeichnete Singgruppe „Sälwerfädchen“, die auf sächsisch sang.

Der Sonntag war entgegen der Wettervorhersage wieder ein sonniger Tag und begann mit dem Gottesdienst in der Klosterkirche, gefolgt von der Buchvorstellung „Die Altäre in der Schäßburger Bergkirche“ von Pfr. i.R. Dr. Rolf Binder.

Um 14 Uhr, als die Sonne vom Himmel brannte, begann der Aufmarsch der Trachtengruppen am Burgplatz. Vom Stadttrommler angeführt marschierten die Tanzgruppen aus Hermannstadt/Sibiu, Mühlbach/Sebeş, Sächsisch Regen/Reghin und Schäßburg/Sighisoara ein und boten zusammen mit Schäßburg Brass eine von vielen Gästen beklatschte, mehr als eine Stunde dauernde Vorführung.

 

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