Zum Inhalt springen



Der Mob tanzt auf der Straße

Antifaschisten:  Allianz aus Kriminellen und politisch Korrekten

von Ernst Brandl

Die Wiener Balltradition kennt für gewöhnlich ganz spezifische stilbildende Bedingungen – was etwa Etikette, Ablauf und Kleidervorschriften betrifft, und der charmante Zauber solcher Tanzveranstaltungen wurde seit der Kaiserzeit stilprägend für Ballveranstaltungen auf der ganzen Welt. Heuer freilich gab es anläßlich des WKR-Balls eine gar nicht „charmante“ Brauchinnovation: Eine unheilige Allianz aus Kriminellen und politisch Korrekten hielt vor der Hofburg ihren antifaschistischen „Veitstanz“ ab.

Für die vereinigte Linke in diesem Land galt der Tanzabend von tausenden Waffenstudenten (und ihren Gästen) aus Österreich und Deutschland freilich als „internationales Netzwerktreffen der rechtsextremen Szene“. Einpeitscher und Trommler solch wirrer Botschaften ist etwa der „Standard“-Journalist Hans Rauscher, dessen Einschätzungen der waffenstudentischen Szene ebenso einfältig wie niederträchtig sind.   Rauscher forderte im Vorfeld des WKR-Balls ganz ungeniert „Zeichen gegen das üble Erbe“ der „schlagenden Burschenschaften“ ein.  Diese gäben „dumpfesten Deutschnationalismus, Verharmlosung des Nationalsozialismus und verschlagenen Antisemitismus/ Rassismus“ weiter. Deshalb  bestehe auch „Handlungsbedarf“! Das Ergebnis solcher gutmenschlichen Aufrufe war eine veritable „antifaschistische Alarmstimmung“. Die Anarcho- und Autonomenszene von Wien bis Berlin mobilisierte gegen den „Burschenschafter-Rechts-Walzer“ in der Hofburg. Die skandierte Kampfparole der „friedlichen DemonstrantInnen“ (O-Ton ORF-Berichterstattung) war deshalb auch sinnigerweise „Alerta! Alerta! Antifascista“. Allein der „antifaschistische Alarm“ war keineswegs gewaltfrei – das wollte nur die Berichterstattung des ORF so dargestellt wissen.

Pikanterweise machten diese selbsternannten „Antifaschisten“ aus ihrer gewaltbereiten Grundstimmung gar kein Geheimnis. Die  Internetseite www.onesolutionrevolution.at gibt ungeniert die linksgrundierte Gewaltverherrlichung preis: „Als Revolutionär_innen (das groß geschriebene „Binnen-I“ ist ersetzt durch das (_) Unterstrichen-Zeichen – das soll auch Transgenderpersonen inkludieren) lehnen wir Gewalt nicht prinzipiell ab. Gerade wenn es um Faschist_innen geht (…) ist es oft notwendig, mit verbaler und körperlicher Gewalt vorzugehen“, so das eindeutige Gewaltbereitschaftsbekenntnis. Und weiter:  „Im Fall des WKR-Balls, wo wir Blockaden gegen die Polizei verteidigten und Genoss_innen aus den Händen der Polizei rissen, bedeutet das eben, die Nazis und Rechtsextremen am Abtanzen ihrer widerlichen Ideologie zu hindern. Hätten wir (…) die Möglichkeit gehabt, die Ballteilnehmer_innen zu konfrontieren, so hätten wir versucht, sie von der Straße zu fegen.“ Diese demaskierenden Textpassagen firmieren übrigens auf genannter Internetseite mit der Überschrift: „Wir sind nicht die von Armin Wolf zitierten ,friedlichen DemonstrantInnen’“ – also doch nichts mit „pazifistisch-passiver“ Grundhaltung!

Es darf an dieser Stelle einmal klar festgehalten werden: Diese Antifaschistmus-Attitüden diverser Anarcho- und Autonomengruppen gebärden sich als ein peinlich-anmaßendes Schmierentheater. Deren brav-gutmenschliches Mütchen richtet sich gegen einen herbeigeredeten Rechtsextremismus – denn Faschismus ist heute schon längst zu einem Kampfbegriff geworden, der je nach Interessenslage beliebig ausgeweitet und instrumentalisiert wird. Erst jüngst analysierte das wertkonservative Berliner Wochenblatt „Junge Freiheit“ im Leitartikel  über den (antifaschistischen) „Mob im Netz“ trefflich: „Der (deutsche) ‚Faschismus‘ wird nicht als historisches Phänomen, sondern als ein absolut Böses behandelt. Es geht also nicht um Wahrheit und um Argumente, sondern um die Reinhaltung des Glaubens (…)“.

Der „antifaschistische Widerstand“ gegen die herbeigeredeten „rechtsextremen Netzwerker“ hat also weniger etwas mit „Wahrheiten “ und „Fakten“ zu tun, als mit „Glaubensgrundsätzen“ und somit mit einem  vernunftfernen, dogmatischen Selbstverständnis. Demokratie verbindet man aber in unseren Breiten mit mehr als sozialer Bemutterung und antifaschistischer-egalitärer Umerziehung. In der Demokratie darf nicht zur Selbstjustiz aufgerufen werden, auch nicht zur antifaschistischen. Bekanntlich lebt die Demokratie davon, daß man auch andere Meinungen und Überzeugungen zuläßt, auch wenn man selbst diese Meinungen als „falsch“ einschätzen mag. Denn wenn diese  womöglich sogar falschen Meinungen  nicht, oder nur mehr unter Lebensgefahr oder Polizeischutz geäußert werden können, dann ist es mit unserem demokratischen System alsbald vorbei.

« Anerkennung der deutschen Volksgruppe – „Wir fühlen uns bedroht“ »

Info:
Der Mob tanzt auf der Straße ist Beitrag Nr. 950
Autor:
huettner am 23. April 2012 um 07:15
Category:
Feuilleton
Tags:
 
Trackback:
Trackback URI

Keine Kommentare »

No comments yet.

Kommentar-RSS: RSS feed for comments on this post.

Leave a comment