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18. Juni 2015

Bogenhausener Gespräche 2015

Von Hinrich Hofmann

„Rußland – alter Feind oder starker Partner der Zukunft“

 

Bereits zum 31. Mal lud die Münchener Burschenschaft Danubia zu ihren Bogenhausener Gesprächen, welche am 14. und 15. Februar stattfanden.

Nachdem 2014 die Krise des Euro und der EU behandelt worden waren, kam diesmal ein Thema zur Sprache, welches sich in den Nachrichten noch vor die Euro-Krise schiebt.

Dr. Rudolf Mittendorfer, der sich mit geostrategischen Fragen auseinandersetzt, gab in seinem Eröffnungsreferat „Putin, Rußland und die Deutschen – der neue Ost-West-Konflikt“ einen geschichtlichen Abriß der letzten 25 Jahre. Der kalte Krieg und das Wettrüsten können als große Geldvernichtung angesehen werden, indem sich die Volkswirtschaft durchsetze, die in der Lage war, größere Werte zu schaffen. Letztendlich wurde die Sowjetunion totgerüstet und war pleite. Unter Jelzin begann ein Ausverkauf russischen Volksvermögens, an dem sich neben sogenannten Oligarchen auch internationale Kreise bereicherten. Im Kommunismus hatte man zwar nichts, wurde aber als Weltmacht anerkannt. Außer einer dünnen ‚Super-Oberschicht’ ging es den Russen jetzt noch schlechter als zuvor: Zur ökonomischen Misere kamen die Unsicherheit und der Abstieg von einer Führungsnation zum quasi-Entwicklungsland. In Putins erster Amtszeit wurde dieser Ausverkauf durch eine souveräne Machtpolitik gestoppt, und es trat erstmals eine spürbare ökonomische Verbesserung ein. Daraus erklärt sich auch, warum die überwiegende Mehrheit der Russen auch in der jetzigen durch Sanktionen ausgelösten Krise weiter treu hinter ihrem Präsidenten steht und warum das heutige Rußland immer wieder auf Sowjetsymbolik zurückgreift.

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28. Oktober 2014

Bunt statt Rot – Gegen das Couleurverbot!

Um die 60 Farbstudenten protestierten vor der Uni

Um die 60 Farbstudenten protestierten vor der Uni

Am vergangenen Freitag wurde von der Österreichischen Hochschülerschaft (ÖH) ein entsprechender Beschluss bei der Sitzung der Uni-Vertretung gefasst, der ein Couleurverbot, also das Tragen von Band und Mütze, zum Ziel hatte. Weiters solle der „Bummel“, das wöchentliche Zusammentreffen von Verbindungsstudenten an der bzw. vor der Uni, untersagt werden. Die ÖH forderte weiter, dass die Uni „öffentlich wirksam ein klares Statement gegen rechtsextremes und deutschnationales Gedankengut, den wöchentlichen ‚Burschibummel‘ sowie den Akademikerball“ abgibt.

Bekannt wurde das Ganze durch eine Pressemeldung des Österreichischen Cartellverbandes (ÖCV) am Montag, welcher sich vehement gegen das Verbot aussprach. Unmittelbar danach kam auch vom Ring Freiheitlicher Studenten (RFS) eine Pressemeldung in welcher von einer groben Verletzung der Menschenrechte gesprochen wurde.

Die betroffenen Studenten  reagierten mittels einer Seite auf der sozialen Plattform „Facebook“, die mittlerweile über 4.000 Anhänger hat. Es wurde umgehend mobilisiert und so kam es heute um 9 Uhr zu einem ersten stillen Protest vor der Uni. Rund 60 Mitglieder von Studentenverbindungen jeder Art, von Katholischen über Damenverbindungen bis zu Burschenschaften, standen vor der Universität und hielten ein Transparent mit der Aufschrift „Bunt statt Rot – Gegen das Couleurverbot“ in Händen.

Angriff eines Vermummten auf einen Farbstudenten

Angriff eines Vermummten auf einen Farbstudenten

Der Auftritt rief eine kleine Demonstration von ca. 10-15 größtenteils vermummten Demonstranten hervor. Diese versuchten durch Provokationen, teils direkten Angriffen (Farbbeutel) und dem versuchten Raub einer Mütze, die anwesenden Farbenstudenten zu provozieren. Dies gelang ihnen jedoch nicht. Erhobenen Hauptes verließen die Teilnehmer der Sichtbarmachung die Uni Rampe nach ca. 30 Minuten.

Die Facebook Seite wird gemeinsam von Administratoren aus diversen Dachverbänden betrieben. Dieses Projekt stellt die erste übergreifende Zusammenarbeit aller Farbenstudenten in Wien dar und ist alleine auf das Ziel ausgerichtet, weiter seine Farben auf der Universität tragen zu dürfen.

Weitere Aktionen sind in Planung.

Pressemeldung ÖCV
Pressemeldung RFS

26. Juni 2014

„Das Band ist zerschnitten – hat die burschenschaftliche Bewegung noch eine Zukunft?“

Von Hinrich Hofmann

Festakademie zum 110. Stiftungsfest der Burschenschaft Nibelungia Wien.

Diskutanten: Dr. Gerald Brettner-Messler, B! Nibelungia; Gordon Engler, B! Cheruskia Dresden, VorsDB; DI Maximilian Reingruber, B! Germania Salzburg, B! Danubia München; Jörg Haverkamp, B! Saxo-Silesia Freiburg (einer der wenigen IBZ-Bünde, die noch in der DB sind).

Trotz einiger Bemühungen im Vorfeld war es nicht gelungen, einen Vertreter der NDB als Diskutanten zu gewinnen.

Die Burschenschaft Nibelungia ist der Deutschen Burschenschaft im Jahr 2011 beigetreten, gerade als die Krise begann. Da die Vergangenheit nicht mehr zu ändern ist, müsse man nun über die Zukunft reden. Gerade die Nibelungen als eine sehr kurz in der DB befindliche Korporation fühlt sich berufen, eine Diskussion ohne Vorurteile einzuleiten.

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9. Januar 2014

Niederlage der Demokratie und der Meinungsfreiheit

Metternichs Erben wüten in bester totalitärer Manier

Von Thomas Hüttner

Die Tagungsteilnehmer organisierten ebenfalls einen Demozug

Die Tagungsteilnehmer organisierten ebenfalls einen Demozug

Am letzten Mittwoch im November kündigte die Messe Innsbruck im Auftrag ihrer Eigentümer den im Mai geschlossenen Vertrag mit der Innsbrucker Burschenschaft  Brixia über die Anmietung eines Saales für Samstag, 30. November 2013. Von Seiten der Brixia wurde nie ein Hehl daraus gemacht, daß dort die Verbandstagung (mit geschätzten 150 Teilnehmern) des größten burschenschaftlichen Verbandes, der Deutschen Burschenschaft (DB),  stattfinden sollte. Thema der Verbandstagung: „Jugendarbeitslosigkeit in Europa“.

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22. März 2013

Menschenrechte für alle, außer für „Burschenschafter“

Von Thomas Hüttner

Als im Dezember 2011 die „Hofburg Vienna“ als Betreiber der Hofburgsäle verlautbaren ließ, daß der Wiener Korporationsball 2012 der letzte sein werde, mußte man davon ausgehen, das dem so sei. Dementsprechend hoch war auch die Besucherzahl am „letzten“ Ball.

Es war der Landesparteiobmann der FPÖ Wien, Heinz Christian Strache, selbst Alter Herr der Wiener pennalen Burschenschaft Vandalia, der diese Absage und die impertinente Begründung(„… Wir stehen jedem Veranstalter offen, der auf Grundlage der Gesetze konstituiert ist, dessen Veranstaltung nicht gegen das Gesetz verstößt und der unsere Vertragsbedingungen einhält. … Aufgrund der aktuellen politischen und medialen Dimension, welche die Abhaltung des WKR-Balles in den letzten Jahren angenommen hat, …) nicht einfach so hinnahm, der die Initiative ergriff und mit der FPÖ Wien als (neuer) Veranstalter für den Ball zur Verfügung stand.

Daß 2012 nun doch nicht der letzte Ball war und auch in diesem Jahr ein Ball stattfinden würde, rief nun einige Kritiker aus diversen studentischen Verbänden in deutschen Landen auf den Plan. Man könne den Ball in Farben (also mit Band und Mütze) nicht mehr besuchen, da es sich um eine parteipolitische Veranstaltung handle. Daß die FPÖ Wien als offizieller Veranstalter die einzige Möglichkeit war, den Ball, wenn auch unter einem neuen Namen, weiterzuführen, wurde genauso ignoriert, wie die durch linke Parteien des österreichischen Nationalrates starke Unterstützung der ach so friedlichen Proteste. Lieber dem linksextremen Mob weichen und sich ja nicht parteipolitisch vereinnahmen lassen.

Kein Parteiball

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3. Juli 2012

Beobachtungen am 8. Mai 2012 in Wien am Heldenplatz

Am Beginn der 19. Kalenderwoche wurde ich mit der Stimme von Profil-Herausgeber Christian Rainer wach, als seine Werbeansage im Morgenradio zu hören war, wobei er die bewußt provokante Frage aufwarf, warum immer noch fast alle Frauen die Rote Armee eher als Vergewaltiger und Säufer statt als Befreier empfänden.

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18. Juni 2012

Pfingstkongreß trotz(t) Großbrand und Links-Chaoten

Viel wurde im Vorfeld des 144. Pfingstkongresses der Landsmannschafter und Turnerschafter im Coburger Convent (CC) in diesem Dachverband über den Verbleib im Convent Deutscher Akademiker (CDA) diskutiert. Doch letztlich wurde der Austritt, den die Mitgliedsbünde des korporationsstudentischen Dachverbandes dieses Jahr am Pfingstwochenende beschlossen hatten, von anderen Ereignissen in Coburg überschattet.

So kam es in der Nacht zum Sonntag, dem 27. Mai, in den frühen Morgenstunden zu einem Großbrand in der Coburger Altstadt. Im Dachgeschoß eines Nachbarhauses der Gaststätte Loreley, eines der Stammlokale der Verbindungsstudenten, brach zwischen 1:00 und 1:30 Uhr ein Feuer aus, welches rasch auf andere Gebäude übergriff. Zu diesem Zeitpunkt hielten sich in und vor der Gastwirtschaft noch circa 500 Angehörige des CC auf, die ebenso wie die Anwohner vom Feuer überrascht wurden.

Dank des schnellen Eintreffens der Polizei, die wegen der angekündigten linken CC-Gegner in der Stadt präsent war, wurde rasch für Ordnung gesorgt, und die Rettungswege konnten freigeschafft werden. Glücklicherweise konnten Todesopfer vermieden werden, dennoch kam es zu 13 leicht Verletzten, darunter auch Rettungskräfte, und sechs Gebäude wurden zum Teil stark beschädigt, wodurch 40 Personen ihre Bleibe verloren.

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150 Jahre Mensurwesen in Wien

Im Mai 1862 wurden die ersten „Schlägermensuren“ auf Wiener Boden ausgetragen

Heinrich Heine (1797 – 1856), der bedeutende deutsche Dichter und Schriftsteller dichtete über die studentische Mensur – dieses so archaisch anmutende männerbündische Initiationsritual – folgende Worte: „Wie standen sie wacker auf Mensur mit ihrem Löwenherzen! Sie fochten so gerade, so ehrlich gemeint die Quarten und die Terzen.“

Heine, selbst zunächst Burschenschafter (Alemannia Bonn) dann Corpsstudent (Guestphalia Göttingen) und in seiner Studentenzeit wegen einer Duellaffäre ein Semester von der Universität in Göttingen relegiert, verklärt mit diesen Zeilen – ganz Romatiker, der er ist – die Mensur, diesen studentischen Zweikampf, ins Schwärmerische.  Dennoch, selbst für den jungen Waffenstudenten des 21. Jahrhunderts hat die Mensur noch immer „zwei Gesichter“ – wie es der Soziologe und Corpsstudent Roland Girtler (akad. Corps Symposion Wien) in seinem lesenswerten Aufsatz „Corpsstudentische Symbole und Rituale – die Traditionen der Antike und der frühen Universitäten“ (erschienen in der Festschrift zum 150-jährigen Bestehen des KSCV, Rolf-Joachim Baum/Hrsg.: „Wir wollen Männer, wir wollen Taten! Deutsche Corpsstudenten 1848 bis heute.“) so trefflich skizziert.  Girtler beschreibt: „Für den jungen Waffenstudenten hat die Mensur (…) einerseits den Reiz eines Abenteuers, bei dem er sich (…) seiner jugendlichen Kraft bewußt wird, und andererseits [ist die Mensur] eine Charakterprüfung“.

Die studentischen Paukereien des späten 18. und frühen 19. Jahrhunderts waren zunächst ohne Ausnahme Duelle. Das studentische Fechten baute dabei auf die Traditionslinien und das Vorrecht des Adels, Waffen tragen zu dürfen.  Ein Vorrecht, das den Studenten seit Kaiser Maximilian I. von Habsburg ausdrücklich als Zeichen ihrer gehobenen Gesellschaftsposition zustand.

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7. Februar 2012

WKR-Ball 2012 – Augenzeugenberichte – Teil 2

Weitere schockierende Berichte von Augenzeugen

Bilder vom Brandanschlag auf das Haus der Burschenschaft Bruna Sudetia

H.H.

Hier ein Kurzbericht, was meinem Sohn passiert ist:

Mein Sohn ist am Weg zum WKR-Ball am 27.2.2012 in der U-Bahn Linie U4 bei der Station Friedensbrücke attackiert worden.

4-5 Antifas haben ihm Wasser ins Gesicht geschüttet (er saß zeitungslesend im Mantel – ohne Couleur! – aber erkennbar an den schwarzen Schuhen und der schwarzen Hose als vielleicht-Ballgeher?), dann schlugen sie ihm mit einer Fahnenstange (mit dem stoffumwickelten Teil) aufs Kinn.

Mein Sohn reagierte spontan, indem er seine Zeitung den Aggressoren entgegen warf  – der Zug fuhr eben in die Station ein – und bei der Waggontüre auf den Bahnsteig entkam. Zum Glück muss das jemand im anderen Waggon gesehen haben, und vielleicht die Polizei gerufen haben. Die auf dem Bahnsteig bereits wartende Polizei und Sanitäter nahmen sich seiner an. Die Polizei nahm die Täter fest.

Danach organisierte ihm die Polizei ein Taxi und er setzte die Fahrt zum 59. WKR-Ball dann fort.

PS: Meinem Bbr. von der ….. ist folgendes passiert:

Seine Frau, seine Tochter und er fuhren mit dem Taxi zur Hofburg als die Scheiben des Taxis eingeschlagen wurden. Die Tochter verließ rasch den Wagen, da sie zur Generalprobe mußte.

Ihren Eltern war aber der Pöbel offenbar zuviel, und sie fuhren (ohne Ballbesuch!) wieder in das Hotel zurück!!!

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2. Februar 2012

WKR-Ball 2012 – Augenzeugenberichte

Liest man die Berichte in den Tageszeitung, so waren die Demonstrationen gegen den WKR-Ball im Großen und Ganzen friedlich. Dass dem nicht so war, ist hier anhand von Augenzeugenberichten zu lesen.

R.M.

Nachdem ich vor 25 Jahren den WKR-Ball besucht hatte, wollten ich und meine inzwischen erblindete Frau,  noch einmal einen Wiener Traditionsball besuchen.

Wir fuhren etwa eine Stunde vor Ballbeginn (9 Uhr) mit dem Taxi Richtung Hofburg. Der Taxifahrer äußerte, es gäbe Probleme wegen Demonstrationen, aber er hätte Anweisung bekommen, eine bestimmte Route zu nehmen, um zur Hofburg zu gelangen.

In der Herrengasse war dann allerdings kein Weiterkommen mehr, wobei man noch nicht sah, was sich weiter vorne im Bereich der Hofburg abspielte. Wir stiegen aus, um zu Fuß weiter zur Hofburg zu gelangen . Beim Weitergehen, – meine Frau tastete sich  neben mir mit ihrem Blindenstock weiter, –  gerieten wir in eine lautstark lärmende Gruppe von überwiegend schwarz gekleideten jungen Leuten, die sich offensichtlich anschickten die Straße (Herrengasse) zu blockieren. Wir wurden nun sofort bedrängt mit Püffen und Stößen, wobei wir ständig mit übelsten Schimpfworten angebrüllt wurden, wie „Nazischwein“  und ähnliches. Wir gerieten nun in eine unerträgliche Bedrängnis und versuchten irgendwie durch – und weiterzukommen, wobei meine Frau von mir abgedrängt wurde. Ich versuchte ihr nun zu Hilfe zu eilen und machte die gewalttätigen jungen Leute laut schreiend darauf aufmerksam, daß sie doch diese blinde Frau in Ruhe lassen sollten. Dies half alles nichts. Sie wurde brutal gegen eine Wand gedrängt, schließlich konnte ich mich ihr irgendwie wieder nähern, wobei ich fast zu Boden gestoßen wurde. Die dadurch erfolgten Verletzungen  (Hämatone) sind immer noch erkennbar!

Meine Frau geriet nun regelrecht in Panik, weil sie ja nichts sehen und erkennen konnte, woher die Püffe und Stöße kamen und ich auch kurzfristig nicht mehr in ihrer Nähe war. Mittlerweile war sie an eine Wand gestoßen worden und regelrecht eingekeilt worden, wobei ihr ständig übelste Schimpfworte (siehe oben) ins Ohr gebrüllt wurden. Irgendwie gelang es mir wieder in ihre Nähe zu kommen und sie aus der Einkeilung herauszureißen.

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