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Beobachtungen am 8. Mai 2012 in Wien am Heldenplatz

Am Beginn der 19. Kalenderwoche wurde ich mit der Stimme von Profil-Herausgeber Christian Rainer wach, als seine Werbeansage im Morgenradio zu hören war, wobei er die bewußt provokante Frage aufwarf, warum immer noch fast alle Frauen die Rote Armee eher als Vergewaltiger und Säufer statt als Befreier empfänden.

Am Dienstag, dem 8. Mai 2012 durch die Meldungen in den Radionachrichten neugierig gemacht, begab ich mich also auf den Weg in Richtung Heldenplatz, um etwas  von diesem spannungsgeladenen Ereignis mitnehmen zu können. Schon vor der Universität hatte sich die Polizei mit massiven Absperrungen unübersichtlich bemerkbar gemacht und dem Namen Mölkerbastei alle Ehre gemacht. Ein Durchkommen war unmöglich. ¡No pasarán! Also spazierte ich den Ring entlang vorbei am Cafe Landtmann, dem Burgtheater und dem Rathaus und setzte mich bei herrlichem Sonnenschein in den Volksgarten unweit des Theseustempels. Gegen 17:20 Uhr eilte der Wiener Stadtrat für Kultur und Wissenschaft Andreas Mailath-Pokorny (SPÖ) mit seinen Leibwächtern vorbei am Blumenmeer durch den Volksgarten hin in Richtung Ballhausplatz, dem Lärm aus den Lautsprechern auf den Heldenplatz zu, wo kommunistische Lieder aus der DDR dröhnten. Auf der aktuellen Internetseite des roten Mailath-Pokorny findet sich der Ausspruch von Lueger „Wien darf nicht Großjerusalem werden!“ als antisemtischer Beleg und als Argument für die Umbenennung des Dr. Karl Lueger-Rings in Universitätsring. Das Burgtor war vorsorglich verschlossen worden, um linksextremen gewaltbereiten Demonstranten das Vordringen auf den Heldenplatz zu verwehren, und ähnliche Ausschreitungen wie beim WKR-Ball am Freitag, dem 27.01.2012, diesmal bestmöglichst verhindern zu können.

Vom Ring aus konnte man beim Völkerkundemuseum auf den Heldenplatz gelangen, wo schon die Polizei mit Absperrgittern vorsorglich für eine räumliche Trennung gesorgt hatte. Im Radio war auch von einem Platzverbot die Rede gewesen. Hinter dem Reiterdenkmal des Prinzen Eugen befand sich ein kommunistischer Infostand mit einschlägigen gewaltverherrlichenden Sujets und Werbung für Ute Bock. Im Einklang mit den Kommunisten am Platz waren auch die Grünen mit einem Transparent präsent mit dem hirnverbrannten Spruch „8. Mai – Wer heute nicht feiert, hat verloren“. Und dort und da junge Kommunismus- und Rote Armee-Verherrlicher und Sowjetnostalgiker mit Sowjetfahnen und den braunen Militärschiffchenmützen der Roten Armee. Inmitten solcher Kundgebungsteilnehmer blühte der rote Stadtrat für Kultur und Wissenschaft Andreas Mailath-Pokorny (SPÖ) sichtlich auf und strahlte breit über das ganze Gesicht. Angesichts der zahlreichen roten KPÖ-Fahnen am Heldenplatz schien sich auch der Schriftsteller Robert Menasse in Partystimmung versetzen zu können, der mit dem Fahrrad zur Demo gekommen war.

Trotz dröhnender, lärmender Lautsprecher wollte sich der Heldenplatz aber nicht und nicht füllen und einige Zaungäste ließen sich auf der Wiese nieder. Breitbeinig mit beiden Händen lässig in den Hosentaschen seines schwarzen Anzuges, verfolgte der neue starke Mann der Israelitischen Kultusgemeinde (IKG) Oskar Deutsch im Gespräch mit seinem Vorgänger Ariel Muzicant im weißen kurzärmeligen Hemd und gut bewacht von den auffällig unauffälligen „men in black“ vom Mossad mit verspiegelten Sonnenbrillen, Hörstöpsel im Ohr und Schießeisen unter dem Anzug versteckt, die illustre spärliche Ansammlung vor der Hofburg. Die Ansprachen waren hetzerisch und polemisch. Nicht der 26. Oktober solle als Staatsfeiertag in Österreich gefeiert werden, sondern der 8. Mai.

Ein besonders ästhetisch Beispiel wurde am Heldenplatz vorgeführt. Ein Plakat des jüdischen Museums wurde sehr geschmacklos an einem überquellenden Mistkübel angeklebt und dekoriert mit Bananenschalen, Bierdosen und Plastiksektflöten, mit denen man zuvor mit Sekt auf die Befreier vom 8. Mai 1945 angestoßen hatte. Vielleicht fördert die Linke die Ganztagsschule auch deshalb, damit die Kinder so effektiver der Obsorge der eigenen Eltern und Großeltern entzogen werden, damit die Kinder, Enkelkinder und Urenkelkinder von den Groß- und Urgroßeltern nicht erfahren sollen, wie es am 8. Mai 1945 womöglich wirklich war. Mein Vater ist beispielsweise mit meiner mit meinem Bruder hochschwangeren Mutter vor den Russen so weit wie möglich nach Westen geflohen. Meine Großmutter väterlicherseits ist in Wien geblieben und wurde, wie unzählige andere Frauen auch, von den Russen vergewaltigt. Da nützen keine linken Geschichtsklitterungs- und Beschönigungsversuche.

Und wenn jetzt immer der Ruf der Linken nach einem Denkmal für die Wehrdienstverweigerer laut wird, womöglich auch noch am Heldenplatz, dann sollte man auch endlich einmal das höchst überfällige Denkmal für die durch die Soldaten der Roten Armee vergewaltigten Frauen fordern. Der Kommunist Ilja Ehrenburg soll gegen Ende des Krieges die Sowjet-Soldaten mit folgender Agitprop angespornt haben: „Tötet, tötet! Es gibt nichts, was an den Deutschen unschuldig ist, den Lebenden nicht und den Ungeborenen nicht! Folgt der Weisung des Genossen Stalin und zerstampft für immer das faschistische Tier in seiner Höhle. Brecht mit Gewalt den Rassehochmut der germanischen Frauen. Nehmt sie als rechtmäßige Beute. Tötet, ihr tapferen, vorwärtsstürmenden Rotarmisten!“ Ehrenburgs Kampf-Appelle wurden den Rotarmisten per Zeitung, Flugblatt und Rundfunk nahegebracht oder von Offizieren vorgelesen. Nach Auskunft eines DDR-Lexikons avancierte Ehrenburg damals zu einem „Lieblingsschriftsteller der Sowjet-Armee“, und die Ostberliner Schriftstellerin Anna Seghers erinnerte zum 70. Geburtstag Ehrenburgs im „Neuen Deutschland“ daran, „daß die Soldaten der Roten Armee aus den Zeitungsblättern, auf denen seine Artikel standen, keine Zigaretten drehten“.

Von den Medien einseitig aufgehetzte und von der linken Agitprop heutzutage desinformierte 1200 Demonstranten mit roten Fahnen waren dann von der Universität über den noch Dr. Karl Lueger Ring heißenden Ring zu den Absperrungen der Polizei zum Heldenplatz marschiert und versuchten die Veranstaltung der rund 200 Burschenschafter nicht nur lautstark zu stören, sondern wurden auch vereinzelt wieder gewalttätig und versuchten die Veranstaltung der Burschenschafter zu stürmen. Dabei wurde ein Polizist durch einen Flaschenwurf verletzt. Der Gewalttäter konnte festgenommen werden. Die linken Demonstranten skandierten folgende geschmacklosen Sprüche „Schwarz war die Nacht, weiß war der Schnee, auf allen Seiten die Rote Armee“.
„Ihr werdet in Hölle schmoren, wie eure Großväter.“ „Wir werden jedes einzelne Burschenschafterhaus in Wien abfackeln. Wir kriegen euch alle. Wir streichen euch aus den Grundbüchern. Ihr werdet ausgelöscht, ihr scheiß Nazis.“ Helwig Leibinger

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Beobachtungen am 8. Mai 2012 in Wien am Heldenplatz ist Beitrag Nr. 1009
Autor:
huettner am 3. Juli 2012 um 12:24
Category:
Allgemein,Studentisches Leben
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