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„Deutsche Vortragsreihe Reschitz” – eine Erfolgsgeschichte

204 Veranstaltungen im 24. Arbeitsjahr

Im Berichtszeitraum August 2010 bis Juli 2011 konnte Erwin J. Tigla mit seinem Erwachsenenbildungsverein „Deutsche Vortragsreihe Reschitz“ die höchste Zahl an selbst organisierten bzw. mitorganisierten Veranstaltungen seit der Gründung aufweisen.

1. VORTRÄGE UND VIDEONACHMITTAGE

Im Mittelpunkt des deutschen Geschehens im Munizipium* Reschitz standen das Jugend-, Dokumentations- und Kulturzentrum „Alexander Tietz“ (die deutsche „Alexander Tietz“-Bibliothek) und der Forumssitz im alten Stadtteil von Reschitz, in der Oituzului-Straße. In diesen beiden Veranstaltungsorten fanden 29 Videonachmittage und Treffen der Mitglieder statt. Weiters  traditionelle Veranstaltungen in der Advent-, Faschings- und Osterzeit.

Vortragende aus dem Ausland waren unter anderen OSR Dr. Helge Schwab aus Graz vom AKV Südmark und MR Dr. Bruno Burchhart von der ÖLM aus St. Jakob i.R. in Kärnten.

Ein wichtiger Bestandteil der diesjährigen Tätigkeit war die Begegnung mit verschiedenen Delegationen aus dem In- und Ausland.

2. DEUTSCHE KULTURDEKADE IM BANATER BERGLAND

In der Zeitspanne 1. – 10. Oktober 2010 fand zum zwanzigsten Mal die „Deutsche Kulturdekade im Banater Bergland“ statt, die größte kulturelle Veranstaltungsreihe der hiesigen Deutschen.

Insgesamt wurden 57 Veranstaltungen in 14 Ortschaften des Banater Berglands aus den Kreisen Karasch-Severin und Mehedintz organisiert oder mitorganisiert.

3.    VOLKSTUM  UND  IDENTITÄT

Volkstum und Identität sind Merkmale, die den Verein während des gesamten Arbeitsjahres  begleiteten. Besonders zwei Veranstaltungsreihen sind kennzeichnend dafür: das 10. Volksgruppensymposium der deutschen Minderheiten in Ostmittel- und Südosteuropa (23. – 26. September 2010), welches vom Verband der Volksdeutschen Landsmannschaften in Österreich (VLÖ) mit Teilnehmern aus Kroatien, Österreich, Polen, der Slowakei, Slowenien, der Tschechischen Republik, Ungarn, der Ukraine und aus Rumänien veranstaltet wurde (siehe DE November 2010) und das internationale Symposium „Volksgruppe – Volkstum – Sprache“ (3. – 4. Juni 2011), mit Gästen aus Rumänien, Österreich (Kärnten), Ungarn (Jula) und der Ukraine (Czernowitz). Beide Veranstaltungsreihen haben die Organisatoren in ihrem Willen gestärkt, weiterzumachen!

Die wichtigste volkstums- und identitätsbekundende Veranstaltung war in diesem Arbeitsjahr das „XVIII. Reschitzaer Deutsche Trachtenfest“, die größte Veranstaltung dieser Art für unsere Volksgruppe im Südwesten Rumäniens. 120 Trachtenträger aus Bokschan, Deutsch-Jula (Ungarn), Klagenfurt (Österreich), Lugosch, Reschitza, Orawitza, Steierdorf – Anina und Czernowitz (Ukraine) haben diesmal mitgemacht.

Weitere Fixpunkte in der Volkstums- und Identitätsarbeit bildeten die zur Tradition gewordenen zwei Veranstaltungsreihen „Reschitzaer Deutscher Frühling“ und „Reschitzaer Deutscher Herbst“.

In Wolfsberg fand die Veranstaltungsreihe „Singendes, musizierendes, tanzendes, holzschnitzendes und malendes Wolfsberg“ statt.

Die aus Reschitz stammende deutsche Volkstanzgruppe „Enzian“ unter der Leitung der Familie Marianne und Nelu Florea, hat auch in diesem Arbeitsjahr bewiesen, daß sie ein fester Bestandteil der Vereinstätigkeit ist.

4.    LITERATUR, VERÖFFENTLICHUNGEN

Mitte Mai fanden die „Deutschen Literaturtage in Reschitz“ bereits zum 21. Mal. statt. Gäste aus Rumänien, Österreich und Slowenien trugen zum Gelingen des Ereignisses bei.

Die in Ferdinandsberg geborene Heimatdichterin Edith Guip-Cobilanschi war auch in diesem Arbeitsjahr mehrmals Gast an literarischen Nachmittagen. Zum ersten Mal war auch eine Theatergruppe aus Wien da. Es war das „Pygmalion“-Theater, das mit einer Welturaufführung von Rudolf Hollingers „Wenn sich die Wege nur kreuzen“ (siehe DE November 2010) gekommen war.

Folgende Bücher wurden veröffentlicht:

1.    Erwin Josef Ţigla (Hrsg.): Denkmäler und Gedenktafeln für die ehemaligen deutschen Rußlanddeportierten aus Rumänien.

2.    Rudolf Hollinger: Die Feuerkrone. Dózsas Kampf und Verklärung. Trauerspiel in fünf Aufzügen. Hrsg.: Hans Dama, Erwin Josef Ţigla.

3.    Erwin Josef Ţigla (Hrsg.): Das war´s! Eine Rückschau auf verflossene Ereignisse auf Weltebene und Banater Berglandebene in den Jahren 2000 – 2009.

4.    Erwin Josef Ţigla (Hrsg.): Gemeinsam für Europa. 20 Jahre Zusammenarbeit zwischen dem Kultur- und Erwachsenenbildungsverein DEUTSCHE VORTRAGSREIHE RESCHITZA und der Europäischen Föderalistischen Bewegung in der Steiermark / Österreich.

Ton- und Bildträger:

Die CD „Die Banater Berglanddeutschen“, Nr. 8, (Die wichtigsten Veranstaltungen im 23. Jahr in Bildern), und eine CD „Suche nach Spuren der deutschen Vergangenheit in Tirol = Königsgnad / Căutarea urmelor trecutului german în Tirol – Banatul Montan”.

Das wichtigste Druckerzeugnis und Sprachrohr nach außen war und ist die Monatsschrift „Echo der Vortragsreihe“. Die Juli-Ausgabe dieses Jahres trägt die Nummer 259! Dazu kommen noch die bis jetzt erschienenen 77 Sonderbeilagen (davon drei in diesem Arbeitsjahr) anläßlich der wichtigsten Kulturereignisse des Banater Berglanddeutschtums.

Die deutsche Minderheit im Banater Bergland verfügt über eine von Waldemar Günter König und Hugo Balazs (Heimatverband der Banater Berglanddeutschen in Deutschland) gut aufgebaute und übersichtliche Netzseite, die sich sehen läßt!

Die Sendung in deutscher Sprache von Radio Reschitz wird weiterhin von Gerhard Chwoika betreut.

5.    MUSIK UND AUSSTELLUNGEN

Wie schon in den vergangenen Jahren konnten die beiden Musikformationen „Franz Stürmer“-Chor und „Banater Bergland“-Trio in mehreren Ortschaften des Banater Berglands mit Erfolg auftreten.

Am 9. Oktober 2010 wurde in Reschitz das „VIII. Musik- und Chortreffen der Banater Berglanddeutschen“ veranstaltet. Nicht zu vergessen seien das Steierdorfer Blasmusikfestival innerhalb der Kulturdekade Anfang Oktober und viele andere musikalische Veranstaltungen.

35 Ausstellungen wurden im In- und Ausland organisiert oder mitorganisiert.

Der Großteil dieser Ausstellungen wurde in Zusammenarbeit mit der „Maria Schnee“-Vinzenzgemeinschaft Reschitz im „Frédéric Ozanam“-Sozialzentrum und mit der Kulturbehörde des Kreises Karasch-Severin organisiert.

6. SCHULE, KINDER- UND JUGENDARBEIT

Auch in diesem Arbeitsjahr galt es als Pflichtübung, den Kontakt zu den in deutscher Sprache unterrichtenden Lehrern aufrechtzuerhalten. So wurden die Beziehungen zu den Schulen mit Deutsch als Muttersprache (DaM) („Diaconovici – Tietz“-Lyzeum Reschitz und „C.D. Loga“-Lyzeum Karansebesch) genauso wie zu den Schulen mit Deutsch als Fremdsprache (DaF) (Technische Schuleinheit und „Traian Lalescu”-Lyzeum, beide in Reschitz) intensiviert.

Die Jugendlichen, die in der deutsche Volkstanzgruppe „Enzian“ aktiv sind, bilden den Kern der Jugendarbeit!

Einen festen Bestandteil bildete die Förderung des deutschen Kindergärtnerinnenvereins und des Lehrervereins des Banater Berglands.

7. KIRCHE, DENKMALPFLEGE

Die guten Beziehungen zur römisch-katholischen und zur evangelisch-lutherischen Kirche wurden auch in diesem Arbeitsjahr sehr positiv gestaltet. Im Sinne der Ökumene wurden auch die  Beziehungen zu den orthodoxen und protestantischen Kirchen gepflegt!

8. RUSSLANDDEPORTIERTE, ALTENBETREUUNG

Es ist zur Tradition geworden, daß jedes Jahr im Januar des Beginns der Rußlanddeportation der Rumäniendeutschen gedacht wird. Am selben Tag wurde erstmalig in Reschitz in Zusammenarbeit mit dem Landesrat für das Studium der Securitate-Archive in Bukarest (CNSAS) eine Dokumentationsausstellung über die Rußlanddeportation präsentiert.

Am 9. Dezember 2010, nach dem Nikolaustag, besuchten die Mitglieder die Bewohner des Altenheims in Reschitz und brachten auch kleine Geschenke mit.

9. AUSSENSTELLEN UND VERANSTALTUNGEN IN ANDEREN ORTSCHAFTEN

Die Außenstellen der „Deutschen Vortragsreihe Reschitz“ in Bokschan, Dognatschka, Ferdinandsberg, Orawitza und Rußberg wurden ebenso mit Kulturveranstaltungen versorgt.

Ebenso fanden in weiteren Ortschaften des Banater Berglands, aber auch in Ortschaften im Banat, in Rumänien und im Ausland Veranstaltungen statt.

10. UNTERHALTUNGEN UND AUSFLÜGE

Faschingsfeste (Nudel- und Krapfenpartys, Kinderkarnevals, der große Maskenball in Reschitz  standen im Mittelpunkt des Unterhaltungsgeschehens in diesem 24. Arbeitsjahr!

Die zwölf Ausflüge, die organisiert wurden, bildeten genauso ein Bindeglied zwischen den Mitgliedern und dem Verein, zwischen den Großveranstaltungen und den Kulturformationen.

11. „ALEXANDER TIETZ”-PREIS, EHRENMITGLIEDER, KULTURAUSTAUSCH, ZUSAMMENARBEIT

Die höchste Auszeichnung, welche die Banater Berglanddeutschen jährlich zu vergeben haben, ist der „Alexander Tietz”-Preis. Er wurde am 3. Oktober 2010 an die Klosterschwestern Gertrud Petschan,  Katharina Pinzhoffer und Hiltrud Frühholz von der österreichischen Provinz der Missionsschwestern vom kostbaren Blute verliehen.

Zum Ehrenmitglied des Kultur- und Erwachsenenbildungsvereins „Deutsche Vortragsreihe Reschitz“ wurde OSR Dr. Helge Schwab ernannt.

Was wäre der Einsatz für deutsche Sprache und Kultur, wenn die Banater Berglanddeutschen nicht auf Freunde, Wohltäter, Sponsoren und Unterstützer bauen könnten? Sie bilden zusammen mit den Mitgliedern das solide Fundament ihrer Existenz!

Die Botschaften der Bundesrepublik Deutschland und der Republik Österreich, das bundesdeutsche Konsulat in Temeswar, das Rumänische Ministerium für Kultur und für das nationale Patrimonium in Bukarest, das Departement für interethnische Beziehungen innerhalb des Generalsekretariats der Rumänischen Regierung, das Demokratische Forum der Deutschen in Rumänien mit seinen Gliederungen sowie der Temeswarer „Banatia“-Verein wurden als treue Partner in die verschiedenen Kulturprojekte miteingeschlossen und haben dazu beigetragen, daß so manche Initiativen erfolgreich durchgeführt wurden.

Der Alpenländische Kulturverband „Südmark“ zu Graz und die Europäische Föderalistische Bewegung Österreichs mit dem „Karl Brunner”-Europahaus im steirischen Neumarkt bilden die Stützpunkte in der Steiermark!

Weitere Partner in Österreich waren und sind die Österreichische Landsmannschaft in Wien, der Verband der volksdeutschen Landsmannschaften Österreichs, ebenfalls in Wien, der Freundeskreis in Böheimkirchen und Totzenbach/Niederösterreich und nicht zuletzt die Landesgeschäftsstelle Steiermark des Österreichischen Schwarzen Kreuzes.  Erwin J. Tigla, Thomas Hüttner

*Ein Munizipium (rumänisch Municipiu) ist eine Verwaltungseinheit auf Zentrumsebene in Rumänien. Von den derzeit (2010) 320 Städten Rumäniens haben 103 den Status eines Munizipiums.

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Info:
„Deutsche Vortragsreihe Reschitz” – eine Erfolgsgeschichte ist Beitrag Nr. 710
Autor:
huettner am 8. September 2011 um 08:19
Category:
Volkstum
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