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Wolfskinder

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Bewegender „Wolfskinder“-Vortrag von Dr. Christopher Spatz.

Hinweis: In der ECKART-Ausgabe vom Jänner 2020 erscheint ein ausführliches Exklusivinterview mit Dr. Christopher Spatz!

Es war ein Thema, das selbst historisch Interessierten weitgehend unbekannt ist und für einen vollen Saal im Schulvereinshaus sorgte: Das Schicksal tausender ostpreußischer Kinder, die nach dem Zweiten Weltkrieg unter unvorstellbaren Bedingungen ums nackte Überleben kämpfen mußten und dabei weitgehend auf sich allein gestellt waren, weshalb die Bezeichnung „Wolfskinder“ mehr als zutreffend erscheint. Der junge Historiker Dr. Christopher Spatz, leistete bei der Erforschung der Geschichte der ostpreußischen Hungerüberlebenden echte Pionierarbeit: Da es fast keine Quellen zu dem Thema gab, suchte und fand er über Zeitungsannoncen überlebende Wolfskinder, die bereit waren, nach mehr als sechs Jahrzehnten über das Geschehene zu berichten. Er brachte es zuwege, über einhundert Zeitzeugengespräche zu führen und hat damit wahrscheinlich verhindert, daß das Schicksal dieser ungewöhnlichen Kriegsopfer in Vergessenheit gerät. Spatz, der selbst ostpreußische Wurzeln hat, trug durch seine Arbeit auch dazu bei, daß die Wolfskinder überhaupt als Opfer anerkannt wurden und ihnen wenigstens eine symbolische Entschädigung zuerkannt wurde.

Die mindestens 220.000 Kinder, Frauen und Alten im sowjetisch besetzten Teil Ostpreußens, die ab Frühjahr 1945 dem grausamen Wüten der Roten Armee ausgeliefert waren, befanden sich in einer entsetzlichen, fast aussichtslosen Lage. Sie saßen nach der Aufteilung ihrer Heimat zwischen Polen und der UdSSR buchstäblich in einer Todesfalle. Rund die Hälfte von ihnen sollten die nächsten beiden Jahre nicht überleben – es war dies die höchste Nachkriegssterbequote in Europa! Die meisten von ihnen verhungerten, da es nach dem Sommer 1945 den verbliebenen Deutschen im nördlichen Teil Ostpreußens unmöglich geworden war, eigene Landwirtschaft oder Viehhaltung zu betreiben.
„Der Hunger wuchs langsam und mit einiger zeitlicher Verzögerung“ erläuterte Spatz. Ließen sich nach Kriegsende noch vereinzelt Vorräte finden, wurde die Lage im Laufe des Sommers immer prekärer: „Die Menschen töteten Hunde und Katzen, derer sie habhaft wurden, sie bedienten sich an Viehkadavern, fingen in selbstgebauten Fallen Spatzen und Krähen und sie räumten die Nester von Störchen und Schwalben leer.“ Die Ausführungen des Bremer Historikers berührten – ja, erschütterten – alle Anwesenden zutiefst, als er von unaussprechlichem Leid, Hunger, Einsamkeit und Todesgefahr der ostpreußischen Kinder erzählte: „Sie durchsuchten Abfälle nach Essbarem, durchwühlten Pferdeäpfel um Haferkörnchen zu finden, brieten schwarzgefrorene Kartoffel mangels Butter oder Öl in Wagenschmiere und sie garten Kartoffelschalen an den Außenwänden von Kachelöfen. Sie aßen Fische, Muscheln, Krebse, Frösche, Igel, Gartenmelde, Lindenknospen, Sauerampfer, Brennesseln und Baumrinde. Und sie ernteten in verlassenen Gärten unreife Früchte, um anderen zuvor zu kommen…“. Viele hatten Platzwunden im Gesicht, weil sie aufgrund der Erschöpfung umfielen.

Der Hunger, jene unvorstellbar grausame, weil so langsame Art des Sterbens, hat die Kinder und Jugendlichen von damals vor unvorstellbare Herausforderungen gestellt. Sie mußten bis zu 200-300 Kilometer ins angrenzende Litauen betteln gehen, mußten sich durchschlagen, mußten überleben – nicht nur um sich selbst willen, sondern auch, weil sie im Normalfall noch Familienangehörige mit zu versorgen hatten.
Christoper Spatz vermochte es famos, seinen Zuhörener die Schicksale und Charaktere dieser Menschen näherzubringen. Am Ende seiner Ausführungen, wartete er noch mit einer besonderen Überraschung auf, als er auf der Großleinwand Bilder einiger seiner Gesprächspartner zeigte und deren persönliche Lebens- und Leidenswege kurz umriß. Es waren Gesichter, denen man ein bewegtes, aber nicht unbedingt grausames Schicksal, ansah. Die Wolfskinder im Greisenalter strahlten eine eigenartige Ruhe und Kraft aus, die so durch und durch natürlich wirkten: Hier saßen die, die alle Proben der Götter bestanden hatten, hier waren die, die auch das Allerschlimmste im Leben überstanden hatten, und die dennoch nicht hasserfüllt oder verbittert waren. Der Vortrag endete nach einer guten Stunde, in der man buchstäblich „eine Stecknadel fallen gehört“ hätte, mit minutenlangen Applaus der Zuhörer, deren Ergriffenheit die Besonderheit dieses Abends verdeutlichte.

Aufrechter Gang

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Zum Tode des Südtiroler Freiheitskämpfers Sepp Innerhofer – ein  zeitgeistwidriger Nachruf 

Von Rynke de Vos

Sepp Innerhofer in Tracht

Er war einer der Letzten. Sepp Innerhofers  hochaufragende Gestalt und  markanter, entschlossener Gesichtsausdruck zeugten bis ins hohe Alter äußerlich von jener Willensstärke, welche die Männer auszeichnete, die sich mit dem Frangarter Greißler und Kleinbauern Sepp Kerschbaumer zusammentaten, um im Herbst 1956   den Befreiungsauschuß Südtirol (BAS) zu gründen.  Gleichgesinnte scharten sich um den strenggläubigen Charismatiker  Kerschbaumer und wirkten in konspirativen Klein- und Kleinstgruppen daran mit, die Welt(öffentlichkeit) auf die vom „demokratischen“ Nachkriegsitalien in nach wie vor  totalitärer Gebärde sowie partiell fortgeltender faschistischer  (Un-)Gesetzlichkeit betriebene Unterjochung ihrer Heimat sowie Kujonierung jenes deutschösterreichischen und ladinischen Bevölkerungsteils aufmerksam zu machen, dessen Italianisierung seit  dem (Unrechts-)Vertrag von Saint-Germain-en-Laye und der daraus folgenden Annexion des Landes unterm Brenner durch Italien 1919 weder mittels Entnationalisierung noch durch Umsiedlung gelungen war. Und dem die Siegermächte sowohl nach dem unglückseligen Ersten Weltkrieg, in den die damaligen Staatenlenker nach Ansicht des renommierten australischen Historikers Christopher Clark Schlafwandlern gleich zogen, als auch nach dem verhängnisvollen zweiten Weltenbrand, den der gebürtige Österreicher Adolf Hitler unter aktiver Mithilfe seines italienischen  Achsenpartners Benito Mussolini entfachte, die Selbstbestimmung verweigerte.


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Vereintes Tirol als „Europaregion“ – eine Schimäre

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Von Reynke de Vos

Niemand fasste die Malaise in treffendere Worte als der Landeskommandant der Südtiroler Schützen: Dass er seit nunmehr hundert Jahren zum italienischen Staat gehöre, sei für den südlichen Teil Tirols negativ. Demgegenüber müsse, wer einen ungetrübten Blick auf die Geschichte werfe, das Positive darin erkennen, dass „wir nicht von italienischen Politikern, italienischer Verwaltung und italienischen Gewohnheiten, die wir uns angeeignet haben, abhängig waren, als Tirol noch eins war“. Major Elmar Thaler nahm die alljährlich  stattfindende Landesgedenkfeier für den Volkshelden Andreas Hofer in Meran zum Anlass, um „überbordende Gesetze, ausufernde Bürokratie, Schikanen gegenüber Betrieben, Beschlagnahme von Autos, nur weil ein ausländisches Kennzeichen drauf ist“, zu kritisieren, denen seine Landsleute unterworfen seien.


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Politisch korrektes Schweigen – rund um (Süd-)Tirol

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Reynke de Vos

Nicht alles Übel kommt aus den USA, aber viele gesellschaftliche Erscheinungen schwapp(t)en von dort zu uns West- und Mitteleuropäern herüber. „Political Correctness“ („politische Korrektheit“; des Weiteren abgekürzt „PC“) bestimmt seit geraumer Zeit Politik sowie Medien und schränkt – von der Bevölkerung kaum  wahrgenommen oder bequemlichkeitshalber ausgeblendet respektive  ignoriert – unser Dasein, vor allem unser Denken und Fühlen  ein.  PC formt mehr und mehr  den öffentlichen Diskurs, bemächtigt sich Forschung und Lehre an Hochschulen sowie des Unterrichts in  pädagogischen Einrichtungen und wirkt sich selbst auf  privates Verhalten aus.   


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Späte Genugtuung für einen zu Unrecht Verfemten

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Am 21. Dezember 2018 wäre Kurt Waldheim 100 Jahre alt geworden

Von Reynke de Vos

Seit 1998 hängt sein Porträt wieder in der Eingangshalle des Hauptquartiers der Vereinten Nationen (UN) in New York. 1986 war es entfernt worden, als im Zuge einer von führenden SPÖ-Politikern miteingefädelten und vom World Jewish Congress (WJC) quasi zu einer weltumspannenden öffentlichen Erregung aufgeheizten Medienkampagne irgendein Fanatiker (oder Gedungener) ein Hakenkreuz auf die Leinwand des Ölgemäldes gekratzt hatte. Aufwallungen und Auseinandersetzungen um Kurt Waldheims Vergangenheit hatten noch an Schärfe zugenommen, als der amerikanische Justizminister Edward Meese den – trotz oder gerade wegen der Kampagne – zum österreichischen Bundespräsidenten Gewählten 1987 auf die „Watchlist“ setzte, was ein Einreiseverbot  nach sich zog.


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Römische Anmaßungen

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Römische Anmaßungen

Österreichs Staatsbürgerschaft für Südtiroler wäre eine souveräne Entscheidung Wiens

Von Reynke de Vos

Rom hält die Absicht Wiens, Südtirolern, die dies wünschen, die österreichische Staatsbürgerschaft zu gewähren, für eine „unangebrachte und grundsätzlich feindliche Initiative“. Dies ging unlängst aus einer Verlautbarung des Ministers für Parlamentsbeziehungen, Riccardo Fraccaro, als Reaktion auf Agentur- und Presseberichte hervor, wonach der die Doppelstaatsbürgerschaft für Südtiroler ermöglichende österreichische Gesetzesentwurf „bis auf wenige textliche Präzisierungen“ bereits ausgearbeitet sei und schon zur nächsten Sitzung der die gesetzlichen Grundlagen erarbeitenden Strategie-Gruppe (Rechtswissenschaftler, Anwälte, Juristen der beteiligten österreichischen Ministerien) vorgelegt werden könne. Außenminister Enzo Moavero Milanesi, der mit den Worten „Der Doppelpass für Südtiroler ist mehr als ein feindseliger, ein kurioser Akt, über dessen Sinnhaftigkeit wir uns befragen“ zitiert wurde, wies den italienischen Botschafter in Wien an, von der österreichischen Regierung eine Stellungnahme zu verlangen und ersuchte die österreichische Botschaft in Rom um „Erklärung“. Botschafter René Pollitzer pflegte daraufhin einen „freundschaftlichen Meinungsaustausch zum Thema Doppelpass für Südtiroler“ mit Milanesi. Dabei dürfte er ihn mit der Wiederholung der von seiner Außenministerin Karin Kneissl vorgegebenen Formel – welche auch die offizielle Position der türkis-blauen Wiener Regierung ist – beruhigt haben, die sinngemäß und stereotyp wie folgt lautet: Das „im EUropäischen Geiste“ angelegte Vorhaben solle „im permanenten Dialog mit Rom und in enger Abstimmung mit Bozen“ verwirklicht werden.


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Alle gegen Orbáns Ungarn

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Doch Zersplitterung, ideologischer Hader und persönliche Eitelkeiten machen die Hoffnung der Opposition auf Wahlsieg und dessen Ablösung zunichte

Von Reynke de Vos

Am 8. April wählen die Ungarn ein neues Parlament. Die regierenden Jungdemokraten (Fidesz) des Ministerpräsidenten Viktor Orbán sowie deren Bündnispartner, die Christlich Demokratische Volkspartei (KDNP), erfreuen sich nach einer unerwarteten Niederlage bei der Bürgermeisterwahl in Hódmezövásárhely nach Auskunft aller demoskopischen Befunde jetzt wieder starken Zuspruchs. In der Kleinstadt wähnte sich die Opposition nach dem Sieg des von Sozialisten (MSzP) sowie der von ihnen abgespaltenen DK („Demokratischen Koalition“ des als „Lügen-Premier“ nicht allzu beliebten vormaligen Regierungschefs Ferenc Gyurcsány), der links-grünen LMP („Politik kann anders sein“) und der ehedem rechtsextremen, seit 2015 sich betont „bürgerlich“ gebärdenden „Bewegung für ein besseres Ungarn“ (Jobbik) unterstützten Bürgermeisterkandidaten im Aufwind. Die Nachwahl hatte gezeigt, wie die Regierungsparteien im gesamten Staate Ungarn durchaus geschlagen werden könnten: wenn sich nämlich die Kräfte der Opposition in den Direktwahlkreisen auf einen einzigen Kandidaten verständigten, der für Wähler, die Fidesz bzw. KDNP überdrüssig sind, eine akzeptable Alternative wäre.


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Irrlichternde römische Polit-Cäsaren

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Wien, Bozen, die italienische Parlamentswahl und die Doppelstaatsbürgerschaftsfrage

Von Reynke de Vos

Der Ausgang der italienischen Parlamentswahl zeitigte nicht nur ein politisches Erdbeben in einem bisweilen von verheerenden geologischen Erschütterungen heimgesuchten Land. Die Ergebnisse des Urnengangs legten sowohl eine parteifarbliche, als auch eine geopolitische Dreiteilung des Landes offen. Im vergleichsweise prosperierenden Norden bis hin zur Salurner Klause dominieren Matteo Salvinis Lega mitsamt Silvio Berlusconis Forza Italia nebst Anhängseln wie den neofaschistischen „Brüdern Italiens“ (Fratelli d’Italia). Der dezimierte Partito Democratico (PD) des wie eine Sternschnuppe verglühten (Kurzzeit-)Ministerpräsidenten und Parteichefs Matteo Renzi und seines adeligen Nachfolgers Paolo Gentiloni konnte sich hingegen lediglich in Italiens Mitte, vornehmlich in der Emilia Romagna sowie in der Toskana, halten.


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Der gesamtdeutsche Boxweltmeister – Henry Maskes Titelgewinn im März 1993

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Von Christian Krüger

Anfang der 1990er Jahre erlebte der Boxsport in Deutschland einen Aufschwung. Verantwortlich dafür war Henry Maske, der am 20. März 1993 Weltmeister des Boxverbandes IBF im Halbschwergewicht wurde. Damit sollte eine Phase als Titelträger für den Mann aus Treuenbrietzen in Brandenburg beginnen, die erst in seinem geplant letzten Profikampf im November 1996 enden sollte.

Maske begann mit sieben Jahren mit dem Boxen. In der damaligen DDR durchlief er verschiedene Vereine. Bis zur Wiedervereinigung hatte der Rechtsausleger es als Amateurboxer bereits auf eine beeindruckende Kampfbilanz gebracht. So konnte er in 181 Duellen 163 Siege für sich verbuchen. Zudem gewann er 1986 bei der Amateur-WM in Reno (USA) die Silbermedaille. Zwei Jahre später wurde Maske Olympiasieger im Mittelgewicht. 1989 folgte schließlich noch der Weltmeistertitel im Halbschwergewicht.


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Plakataktion in Wien – Südtirol dankt Österreich

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Wir möchten wieder den Pass unseres Vaterlandes

„Süd-Tirol dankt Österreich“ steht in großen Lettern auf den Plakaten des Südtiroler Heimatbundes, die seit dem 18. Jänner in der Wiener Fußgängerzone zu sehen sind. Auch nach beinahe 100 Jahren sind die Südtiroler in Österreich nicht vergessen. Dafür sagt der Südtiroler Heimatbund Danke Österreich.

Mit dieser Plakataktion wolle man, stellvertretend für ganz Österreich, in der Landeshauptstadt Wien den Dank all jener sichtbar machen, die sobald möglich, um die österreichische Staatsbürgerschaft ansuchen möchten. Österreich hat sich als „verlässliches Vaterland aller Südtiroler erwiesen“, so der Obmannstellv. des SHB, Meinrad Berger.

Österreich folgt dabei dem „weitherzigen Beispiel Italiens“, das europäisch orientiert bereits 1992 seinen vielen Millionen italienischer Emigranten die Staatsbürgerschaft ermöglicht hat. Auch viele andere Staaten gewährten ihren Landsleuten außerhalb ihres Hoheitsgebietes die Staatsbürgerschaft.

Diesem Beispiel wird nun auch Österreich folgen. Eine doppelte Staatsbürgerschaft wirft keine Gräben auf, jedem bleibt die individuelle Freiheit, ob er darum ansuchen will.

In der Wiener Innenstadt, sowie in der Leopoldstraße, Landstraße, Wieden, Neubau und Alsergrund, überall dort sind die Plakate mit der rot-weiß-roten Fahne und dem Dank an Österreich zu sehen.