2. Mai 2012
Ein Hilferuf von Veronika Haring aus Slowenien
Nach dem es schon bei der Eröffnungsfeier des Kulturvereins Cilli am 11. April zu einem Eklat durch “Künstler, Kulturschaffende, Intellektuelle und ihre Freunde” (Magazin “Mladina” am 20.4.) kam, verschärfen nun linksextreme slowenische Kräfte (und Medien) die Gangart gegen die altösterreichische deutsche Volksgruppe. Am Samstag, 28. April 2012, wurde die Tafel am Sitz des “Kulturvereins deutschsprachiger Frauen BRÜCKEN” von Unbekannten heruntergerissen und beschädigt. Die Obfrau des Marburger Vereins “Zweibrücken” schickte daher diesen Hilferuf: “In Slowenien ist eine Hetzjagd auf alles, was deutsch ist entstanden. Wir fühlen uns bedroht.” Der freiheitliche Menschenrechtsprecher NAbg. Sepp Riemer hat bereits versucht, den österr. Botschafter zu erreichen.
Haring die um eine Deeskalation bemüht ist, hat daher für den 8. Mai zu einer Pressekonfrenz eingeladen. Teilnehmer an der dieser Pressekonfrenz werden Dr. Josef Feldner vom KHD, Dr. Marjan Sturm vom Zentralverbant Kärntner Slowenen, Heinz Stritzl als Sprecher der „Plattform Kärnten“, Andrej Ajdic als Obmann des KV Cilli, August Grill als Obmann der Kulturvereine der deutschsprachigen Volksgruppe in Slowenien sein. T.H.
23. April 2012
Antifaschisten:Â Allianz aus Kriminellen und politisch Korrekten
von Ernst Brandl
Die Wiener Balltradition kennt für gewöhnlich ganz spezifische stilbildende Bedingungen – was etwa Etikette, Ablauf und Kleidervorschriften betrifft, und der charmante Zauber solcher Tanzveranstaltungen wurde seit der Kaiserzeit stilprägend für Ballveranstaltungen auf der ganzen Welt. Heuer freilich gab es anläßlich des WKR-Balls eine gar nicht „charmante“ Brauchinnovation: Eine unheilige Allianz aus Kriminellen und politisch Korrekten hielt vor der Hofburg ihren antifaschistischen „Veitstanz“ ab.
(weiterlesen …)
von Bruno Burchhart
Einen bemerkenswerten, sehr erfreulichen weiteren Schritt zur Anerkennung der autochthonen deutschen Volksgruppe in Slowenien setzte der österreichische Nationalrat am 19. Jänner dieses Jahres. Einstimmig beschlossen alle Fraktionen:
„Die Bundesregierung – und im speziellen der zuständige Bundesminister für europäische und internationale Angelegenheiten – wird aufgefordert, auf nationaler und europäischer Ebene alle notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um die Republik Slowenien zur offiziellen Anerkennung der deutschsprachigen Minderheit zu bewegen.“
Dies ist sicher ein erster Erfolg auf dem Weg zu einer Lösung dieses schon so lange schwelenden Problems. Wie es im Begründungstext des von dem Initiator, dem FP-Menschenrechtssprecher NAbg. Josef Riemer, eingebrachten Entschließungsantrages heißt, „ist nun die Republik Slowenien gefordert, der deutschsprachigen Minderheit endlich dieselben Rechte einzuräumen wie der italienischen und der ungarischen Minderheit.“
Da die erledigte langjährige Ortstafelfrage einer Lösung dieses Problems auch nicht mehr im Wege steht, ist es Zeit, daß im Sinne der auch von der ÖLM, den Akademikerverbänden u.a. eingebrachten Resolutionen auch dieser Stolperstein gutnachbarlicher Beziehungen in europäischem Geist ausgeräumt wird.
von Balduin Ordt
 Meine Heimat ist Wien. Die früheste Kindheit, von meinem zweiten bis zum vierten oder fünften Lebensjahr, verbrachte ich allerdings in Purkersdorf, einem damals noch ganz ländlichen Ort an der Westbahn, eine halbe Stunde von der Großstadt entfernt. Noch habe ich das kleine Haus am Rande des Deutschwaldes in Erinnerung. Ich war dort viel allein mit meiner Mutter; der Vater, ein gelernter Fleischhauer, kaufte und vertrieb Vieh entlang des Wienflusses hinunter nach Wien. Ich hörte den Regen auf das Dach klopfen, die Gartentür im Wind schlagen, und in meine Angst hinein rauschte der Wienerwald. (…) In dem kleinen Haus am Wald herrschten Trauer und Strenge. Nur wenn der Vater nach Hause kam, immer nur auf ein, zwei Tage, gab es Lachen und Freiheit, und das Haus widerhallte von Liedern. Der Vater hatte eine schöne, schmiegsame Naturstimme, und wenn er sang, hing ich mit Herz und Augen an seinem Mund. Stundenweit nahm er mich mit in den Wald, ich durfte auf seinen Schultern reiten und aus seinem Hut trinken (…) Tiefer als jeder spätere ist mir der Eindruck jener Tage im Herzen geblieben: Eine Insel der Kindschaft, auf die zu flüchten die Seele immer wieder unternimmt, wenn das bittere Leben kaum mehr erträglich scheint.
(weiterlesen …)
Daß ein Regierungschef dem Land, dessen Geschicke er leitet, seinen Stempel aufprägen möchte, ist weder etwas Neues, noch etwas Schockierendes, vor allem aber ist es legitim, denn die Mehrheit der Wähler hat ihn ja dazu ermächtigt.
von Alois Pressler
Und so dachte wahrscheinlich auch Ungarns Premierminister Viktor Orban, als er daran ging, die Gunst der Stunde in Form einer komfortablen Zweidrittelmehrheit zu nutzen und das Gesetzeswerk im Land der Madjaren nach seinen Vorstellungen zu ändern.
(weiterlesen …)
Seit einigen Jahren herrscht in patriotischen Kreisen eine lebhafte Diskussion über Bewegungen von europäischen Völkern, die für unabhängige Staaten oder volle Autonomie kämpfen. Betrachtet man die Bestrebungen der Flamen im belgischen Staat, der Katalanen oder jüngst der Schotten, so hegen die meisten patriotischen Menschen gewisse Sympathien mit dem Kampf um Unabhängigkeit auch kleiner Völker in Europa.
von Jan Ackermeier
Doch die rein rechtliche Frage dieser Sezessionsbewegungen ist – unabhängig vom zentralistischen Bundesstaat „Europäische Union“ – besonders in Zeiten der verstärkten Einwanderung aus fremden Kulturkreisen, immer problematischer.
(weiterlesen …)
20. April 2012
Ein bemerkenswertes Essay von Maria Schmidt in der “Budapester Zeitung”. Erstaunlich klarsichtig beschäftigt sich Schmidt mit dem 68er Unwesen in der BRD. Lesenswert!
Die Autorin ist Historikerin sowie Gründerin und Direktorin des BudaÂpester Museums „Haus des Terrors“.
Deutschland im Würgegriff der Achtundsechziger
Deutschland hat mit einer schwerwiegenden Identitätskrise zu kämpfen. Ein Jahrhundert nach dem Ausbruch des Ersten WeltÂkrieges, mehr als sechs Jahrzehnte nach dem Ende des Zweiten WeltÂkrieges und zwei Jahrzehnte nach der dritten, „Kalter Krieg“ genannten Kraftprobe haben die Deutschen noch immer keine eigene Darstellung des zwanzigsten Jahrhunderts. Sie sind nicht fähig, sich aus der falschen und irreführenden Welt der Gegensatzpaare von Täter und Opfer, unschuldig und schuldig, Verlierer und Sieger zu befreien. Deutschland hat zwar seine Wirtschaft in Rekordzeit wieder auf die Beine gestellt, konnte aber die Seelen seiner Bürger noch immer nicht heilen und wieder aufbauen. Welche Folgen hat dies heute in Deutschland und in Europa? Hier geht´s weiter.
3. April 2012
Nach der Niederlage bei der ersten Schlacht bei Bull Run („1st Manassas“), wurde dem Norden klar, daß die Rebellion der südlichen Staaten nicht mit einem eilig aufgestellten und bunt bewaffneten Heer von Milizen und Freiwilligen zu beenden war. Zudem befürchtete man einen Vormarsch der Konföderierten auf Washington.
von Matthias Hellner

George McClellan
Daher galt es, schleunigst die Hauptstadt der Union zu befestigten und die Potomac-Armee, die zu dieser Zeit den Hauptteil des Kampfes am östlichen Kriegsschauplatz trug, zu reorganisieren. Dabei fiel die Wahl Lincolns auf den West Point-Absolventen General George McClellan, der am Krieg gegen Mexiko teilgenommen hatte und auch das Militärwesen im Ausland kannte, unter anderem war er während des Krimkrieges Militärbeobachter im britischen Hauptquartier gewesen.
Wie sich bald zeigte, schien der Union mit der Ernennung des 36jährigen zum Armeeoberbefehlshaber ein echter Glücksgriff gelungen zu sein. Der Sohn eines Chirurgen erwies sich als hervorragendes Organisationstalent.
(weiterlesen …)
30. März 2012
von Wilhelm Brauneder

Karl May
Wer den Schwarzen „nicht für erziehungsfähig hält, wer ihm die besseren Regungen des Herzens abspricht, der begeht eine große Sünde nicht nur gegen die schwarze Rasse, sondern gegen das ganze Menschengeschlecht“: Nur wenige werden wissen oder zumindest ahnen, daß dieses Zitat von Karl May stammt, es ist übrigens um ähnliche zu vermehren.
Mays Ruf eines Abenteuerschriftstellers, der für die Jugend schrieb, läßt derartiges nicht vermuten. Was blieb in Erinnerung, warum wurde er gelesen?
Spannung durch Auflauern und Anschleichen, Gefangennahme und Befreiung, aussichtsloser Zweikampf und dennoch Sieg, erst Erfolge der Bösen und dann doch Sieg der Guten. Auch fremde Länder und Völker: Zur Zeit seiner Schriftstellerei und noch Jahrzehnte danach waren allein schon sie abenteuerlich, von Reisen, Urlauben, Kreuzfahrten in diese Länder oder zumindest am Bildschirm konnte so gut wie jeder nur träumen. May brachte – wie zahlreiche andere Schriftsteller auch – den Wilden Westen und das Wilde Kurdistan nicht nur in die gute Stube, sondern unter die Bettdecke, bei Lektüre im Taschenlampenlicht. Und wie gesagt: Ein Jugendschriftsteller, sodaß sich bis heute, wenn überhaupt, seine Werke in den Jugendbuchabteilungen der Buchläden und Bibliotheken finden.
(weiterlesen …)
22. März 2012
Die kulturpolitische Situation der deutschen Minderheit in Oberschlesien bleibt widersprüchlich
von Martin Schmidt
Die letzte polnische Parlamentswahl am 9. Oktober 2011 fiel für die Deutsche Liste in der Woiwodschaft Oppeln mit etwa 28.000 Stimmen deprimierend aus. Vor zwanzig Jahren waren es allein im Oppelner Schlesien 74.000, und landesweit wurden 1991 immerhin 132.000 Stimmen errungen, was damals den Einzug von sieben Abgeordneten in den Warschauer Sejm ermöglichte. Von ihnen ist heute mit Ryszard Galla nur noch ein einziger übrig.

Bernard Gaida, VdG
Die Stammwählerschaft der deutschen Minderheit wird immer älter, während die Heranwachsenden entweder überhaupt kein Interesse zeigen oder ihr Kreuz anderswo machen, diesmal vor allem beim Wahlgewinner, der Bürgerplattform (PO) von Ministerpräsident Donald Tusk. All das hat innerhalb der deutschen Volksgruppe in Schlesien eine Diskussion ausgelöst, ob künftig überhaupt noch eigene Listen ins Rennen geschickt werden sollten oder ob auf diese, wie im Herbst in der Woiwodschaft Schlesien schon geschehen, bewußt verzichtet werden solle, um die Aktivitäten auf andere, perspektivisch wichtigere Bereiche zu konzentrieren.
Angesichts der schwach ausgeprägten Identität der Masse der heimatverbliebenen Oberschlesier und des nach wie vor sehr weitgehenden Fehlens einer deutschsprachigen Erziehung in Kindergärten und Schulen ist diese Entwicklung keineswegs überraschend. Bedauerlich ist sie aber auch insofern, als die seit ein paar Jahren amtierende neue Führung der Minderheit um Bernard Gaida als Chef des Verbandes der deutschen Sozial-Kulturellen Gesellschaften in Polen (VdG) und Norbert Rasch als Vorsitzender der Sozial-Kulturellen Gesellschaft der Deutschen im Oppelner Schlesien (SKGD) damit um den verdienten öffentlichkeitswirksamen Lohn für ihre gute Arbeit gebracht werden. Denn wer sich in Oberschlesien die Verantwortungsträger nicht nur der ersten Reihe, sondern auch der noch jüngeren zweiten genauer ansieht, kommt zum Schluß, daß kaum eine andere auslandsdeutsche Volksgruppe in Europa über konzeptionell und von der persönlichen Ausstrahlung her ähnlich überzeugende Sprecher verfüge.
(weiterlesen …)